„Was sagte er? Hat er mich recht angeschwärzt.“

„Ach nein — er sagte — er sagte: an Ihnen sei was.“

„So, was ist denn an mir?“

„Ach Gott!“ Das war Martha Scholl von neulich.

Sie waren an seiner Türe angelangt, und Ginstermann ersuchte sie, eine Sekunde zu warten, er wolle nachsehen, ob die Post nichts gebracht habe. Eilig stieg er in sein Zimmer hinauf. Er entzündete ein Streichholz und flüsterte, als das marmorweiße Antlitz aufleuchtete: Bianka. Dann sprang er wieder rasch die Treppe hinunter.

Biankas Antlitz schwebte vor ihm, während des ganzen Weges, den er mit Fräulein Scholl zurücklegte. Es war ihm unmöglich, seine Gedanken davon loszulösen, und er unterhielt seine Dame herzlich schlecht. Ein paarmal mußte er sie um Wiederholung ihrer Bemerkung ersuchen, da er nicht gehört hatte.

Ich will ja nichts als deine Freundschaft, Bianka, sie allein macht mich unsäglich glücklich, dachte er, während er Fräulein Scholl antwortete: „In Genf ist es prächtig, da haben Sie allerdings recht.“

Glaube mir, nie soll ein Gedanke über die Grenze hinausgehen, die du mir gesetzt hast, Bianka, Herrlichste — und er sagte: „In so einer Pension muß es recht lustig hergehen, stelle ich mit vor.“

Sie hatten Biankas Namen noch nicht genannt, ganz zuletzt sprach Fräulein Scholl von ihr.

„Sind Sie nicht recht glücklich, daß Fräulein Schuhmacher noch hier ist?“ fragte Ginstermann.