Der Schlaf kam, er fühlte wie er, ein Hauch, über ihn strich.

Zwischen Wachen und Schlaf vernahm er leisen Gesang und eine Sekunde lang tauchte es vor ihm auf: Sommermorgen. Frische. Ein Hain blühender Akazien, mitten drin ein weißes Haus. Vögel zwitschern, o, des Duftes! Und aus dem Hause tönt eine weiche Frauenstimme. Aus dem fernsten Zimmer kommt ihr Gesang.

O tu mio carissimo — o tu mio cuore . . .

Blüten wirbeln, weiß in weiß, das Haus, der Hain verschwinden.

Ferne noch: O tu mio carissimo — o tu mio cuore . . . .

XX.

Am Tage darauf erhielt Ginstermann folgenden seltsamen Brief:

Werter Herr Ginstermann!

Sie werden gewiß verwundert sein über die Zeilen, aber es läßt mir keine Ruhe. Ich habe gestern deutlich empfunden, daß sie eine andere lieben.

Ich werde Ihnen nie zürnen, denn diese andere ist tausendmal besser und klüger denn ich, ich werde Sie bis zum Tode lieben.