Gestern hatte er bei Kapelli vorgesprochen, um ihm das Gedicht vorzulesen, das am Feste der Taufe gesungen werden sollte. Sie hatten probiert und probiert, und Kapelli auf seiner Laute nach einer Melodie gesucht, während Frau Trud sich schüttelte vor Lachen.

Da ging die Türe auf, ohne daß es zuvor gepocht hätte, und die Malerin von Sacken trat ein.

„Verzeihung“, sagte sie, „ich habe gar nicht geklopft,“ und lachte.

Kapelli erklärte ihr, daß das längst aus der Mode sei.

Sie schüttelte Frau Trud, Kapelli und ihm die Hand und lachte. Dann blieb sie stehen und atmete tief auf, auf ihren Wangen brannten rote Flecken:

„Ich komme eben vom Sekretariat, Kinder!“

„— mit Kri — kra — kri — kra — krallen, mit Krallen an den Fingern,“ summte Kapelli und klimperte in den Saiten.

„Vom Sekretariat?“

„Ja!“ Sie setzte sich, stand wieder auf. „Vom Sekretariat — soeben bin ich gerufen worden — — mein Bild ist von der Staatsgalerie angekauft!“

Alle schüttelten ihr die Hände, teilnehmend an ihrer Freude, froh, sie endlich glücklich zu sehen.