Dann vergrub er sich wieder in seine Arbeit, grübelte er über seinen Problemen und wandelte er auf der freien, selbstherrlichen Höhe seiner Vernunft.
Aber da war eine Sehnsucht in ihm, die zuerst leise nagte, pickte, dann pochte, brauste, um endlich wie ein Sturm durch ihn zu fahren, der ihn vor sich hertrieb.
Er erschien wieder in der Nähe der Villa, morgens, mittags, nachts.
Er schrieb in Gedanken tausend Billette, um sich ihr zu nähern.
In trockenem, sachlichen Tone dankte er ihr darin für ihren Gruß und grüßte er sie wieder.
Hätte er nicht das Recht dazu? Hatte sie ihm nicht ebenfalls geschrieben?
Aber er zerriß sie auch alle wieder in Gedanken und warf die Schnitzel sorgfältig in den Ofen. Er, jener Ginstermann, der die dünkelhafte Flachheit des Weibes, sein halbtierisches Wesen in Aphorismen und Zynismen gegeißelt hatte, die die Runde in der Bohême machten, sollte ein Billet an eine junge Dame schreiben? Und wenn auch diese junge Dame zehnmal besser war als ihre Schwestern, lauerte nicht das Weib in ihr?
Was trieb ihn zu ihr? Weshalb hatte sie ihm geschrieben? Wer war sie?
Es waren stets die gleichen Gedanken, die in seinen Reflexionen wiederkehrten wie die Figuren eines mechanischen Theaters.
Seine Überzeugung ging dahin, daß es das beste sei, sich von diesen Ideen zu befreien, wenn er sich Klarheit über das Mädchen verschaffte. Würde er sie einigemal gesprochen haben, so konnte er sich ein sicheres Urteil bilden und demgemäß handeln.