„Die Schnelligkeit deiner Einwürfe beweist mir, was mir gar nicht mehr bewiesen zu werden brauchte. Donna Claudia läd zum Tanze, und das ganze männliche Venedig schläft nicht mehr vor Aufregung, wie eine Jungfrau vor der Hochzeit. Wenn man euch hört, so glaubt man, ihr speistet sechs Teufel an einer Gabel, aber das Lächeln einer Frau macht euch zu tänzelnden Pudeln. Don Luigi, dessen Zunge scharf war wie ein Rasiermesser, um dessen Degen die Leute einen Halbkreis beschrieben, ertrank in den Wangengrübchen eines rosigen Mädchens, Freund Fabio, der noch mit halbem Schädel kämpfte und mit dem Satan in persönlicher Korrespondenz stand, gab seine Narben für den Kuß eines zierlichen Frauenknöchels. Und Antonio —“
„Antonio ist nach Palermo abgereist.“
„Antonio, der beim Festmahl des Colonna sagte: Wenn mein Herz Langeweile hat, so frage ich es: Hast du Langeweile, mio bambino? Sollst eine Puppe haben, eine feine Puppe, die Mama und Papa sagt, wenn man sie auf den Bauch drückt — dieser nämliche Antonio, ihr Herren, so hört doch! schlüpft in den Balg eines Papageis, wenn Donna Claudia zum Tanze läd.“
„Ein Fisch könnte sich ertränken.“
„Ein Weib könnte die Wahrheit sagen.“
„Ich wünschte nur, Pietro, die Marchesa Colombi könnte Zeugin deiner mannhaften Entrüstung sein.“
„Die Marchesa Colombi? Der Mond falle dir auf den Bauch, Freundchen!“ —
Er erfand einen Dialog, in dem sich zwei blasierte Schlingel gegenseitig den Rest ihrer Gefühle zum Vorwurf machten. Daran reihte sich eine Szene bei Donna Claudia, Antonio—Claudia, und ein Zwiegespräch der Marchesa Colombi mit einer Maske in einer Fensternische, die mit einer klatschenden Ohrfeige endigte. Pietro, dieser freche Patron, mußte unbedingt seinen Lohn haben.
Da begann Kapelli in seinem Atelier einen Heidenspektakel zu vollführen, er trieb Nägel in ein Brett, und die Gäste der Donna Claudia gingen nach Hause.
Von der Straße her drang das Lärmen des erwachten Verkehrs. Die Gemüseweiber riefen mit singender Stimme ihre Waren aus, die Glocke des Kehrichtwagens zeterte.