„Also dann sieben Mann. Aber um Himmels willen, es gab doch noch Piattis — der Andrea würde sich doch nicht bezahlen lassen, feilschen, wo es die Rettung seines Bruders galt. Piatti müsse noch gratis mit. Also mit Piatti acht.“

Der nächste, ein kalter und klarer Tag, klang voll Schellen. Archie Payne hatte zwanzig Schlitten bestellt zu einem Champagnerpicknick nach der Unglücksstelle. Man würde auf der Lawine selbst frühstücken.

Es war eben eine jener Eingebungen, die ihn so populär machten. The right man in the right place. Er triumphierte. Die Principessa Dango fuhr in seinem Schlitten, sie, die ihm bisher kaum den Fuß gegeben — geschweige die Hand. Zwei Schneeleoparden hatten sich um ihren Hals verbissen, das Gesicht war ihr mit einer köstlichen, handgeklöppelten Krätze aus Brabant bedeckt. Rankenwerk stieg aus der Nase, und Gruppen kleinerer Tiere aus feinstem Zwirn überliefen die Wangen. Ein Leopardenembryo saß als Toque im Henna. Archie fürchtete sich ein wenig, er hatte sie noch nie so nahe gesehen, der Snob im Herzkästlein aber strahlte ihm licht, denn Strondoli mußte ganz rückwärts zu Madame Bavarowska steigen.

Gloria Rawlinson, wunderschön in weinroter Affenhaut, wie es dann im „Herald“ hieß, fuhr mit her grace of D. und Monseigneur. Auch die Cadogans waren dabei, du Perron, die liebliche Margot, Quadrupedescu, Muriel Hitchcock, die Raeburn-Girls. — Horus war nicht dabei, wußte nichts von dem Picknick, hatte sich in der Nacht der Rettungsexpedition angeschlossen.

Die Damen Waanebeeker — dunkel, doch nicht in Crêpe — erwarteten unterdes auf ihren Zimmern die Ankunft des Anwalts aus Zürich.

„What a beautiful boy,“ sagte die Principessa Dango — als Italienerin von Rang sprach sie meist englisch, hob das neronische Einglas aus Smaragd in die Richtung des pauvren Fadens der Rettungsmannschaft, die, jetzt ganz nah, sich mit ihren Schaufeln in den Lawinenkegel einzuwühlen versuchte; so aussichtslos für diese Wenigen, denn zerrissene Bäume und Geröll mischten sich überdies den Schneemassen.

„What a beautiful boy,“ wiederholte die Princesse macabre.

„O, Elcho — — hallo, Elcho!“ und Archie winkte mit der Serviette —

„Principessa kennen ihn noch nicht? Berüchtigter Sklavenhändler aus dem dunkelsten Osten oder so was. Eigne Jacht — first rate. Gar nicht so jung, wie er sich macht. Steht mit seiner Schwester oder Tochter in Beziehungen, die das Gesetz nicht gerne sieht, gibt sie daher für seine Gattin und indische Prinzessin aus, streicht sie auch olivenfarben an, das verwischt die Ähnlichkeit. Sperrt sie im übrigen meist ein, mit einem chinesischen Drachen als Wache, und gibt ihr nichts zu essen; die arme Puppe hat noch kein geradegewachsenes europäisches dinner zu kosten bekommen.“

„Es ist etwas dran, sie sehen sich irgendwie ähnlich,“ mischte sich her grace of D. wohlig angeekelt ins Gespräch, „wie skandalös — ein Familienzug in den Bewegungen — auch die leichten langen wagrechten Augen, nur daß seine hell und ihre dunkel sind oder scheinen sollen, wissen kann man es ja nicht genau, bei diesen lächerlichen Wimpern.“