Her grace pflegte lange schuldig zu bleiben.
„Wechseln Sie das Kleid sofort — die Idee ist mein Eigentum,“ kreischte her grace.
Donna Maria lachte bloß.
Plötzlich sprang alles mit einem Schrei zurück. Hoch sprühte es auf, wie ein Geysir. Her grace hatte den Hahn einer vollen Syphonflasche gespannt und ihren Inhalt in Donna Marias Dekolleté gespritzt — senkrecht durch, daß es in den silbernen Abendschuhen nur so plätscherte.
Wütend wie eine nasse Henne stürzte die Spanierin hinaus. Kam nach zehn Minuten zurück, in einer zweiten trockenen — her grace erstarrte zu einem Block Wut — der vorigen ganz gleichen Toilette. Her grace gab sich besiegt. — Vielleicht hatte die Gegnerin noch ein halbes Dutzend in ihren Koffern, da konnte man die ganze Bar vergeblich verspritzen.
Von neun Uhr abends bis drei Uhr früh war der Kaufherr aus Braila mäuschenstill in einer Ecke gesessen. Hatte kein Auge von den Tanzenden gelassen. Jetzt erhob er sich seufzend, schritt zum Foyer, sah hinaus und murmelte resigniert:
„Glatteis. Aber was will me machen.“
Ja, da ließ sich eben nichts machen. Es war ein zu exklusives Hotel; Frauen, in der Lage, ausschließlich von ihrem Liebreiz zu leben, wurden hier nicht geduldet.
Längst lagen die Säle leer: eingefressene Löcher, schwarz im Hotelleib. All ihre Lichtchen, die erst wie in eine Versenkung gesprungen schienen und dann irgendwie fortgelaufen, gleichsam durch schwarze Adern, durch innere Stollen, um auf einmal, jedes einzeln, in einer Zimmerzelle einer Einsamkeit gute Nacht zu leuchten — auch sie waren größtenteils erloschen.
Das Dunkel aber war falsch und schwieg ungern.