„Was ist ein Esperantist?“

„Einer, der sich eigens ein Idiom zusammenstellt, das keines zu sein braucht. Einer, der freiwillig wieder weit hinter den Affen retourmarschiert, denn dieser hat ja — nach Garner — schon Ansätze zu etwas wie einer lebendigen Muttersprache: jenem mystischen Meer, in dessen suggestiver Lösung Gedanken wachsen, wie glasklar fließende Geschöpfe genialen Lebens. Zum Wachsenlassen aber hat der all-round Kommis keine Zeit. Auch die Kofmich-Lautklumpen, deren Sie vorhin schaudernd erwähnten, kommen davon, daß er eben nie Zeit hat.“

„Ja, um Himmels willen, warum hat er denn nie Zeit?“

„Weil er immer schnell noch einen übers Ohr hauen muß.“

„Sensationsdeflorateur — Monist — Esperantist — all-round Kommis: doch letzten Endes Einer, der den Vertrieb schädlichen Schundes besorgt, nicht? Einer, der das Leben mit falschem Schleim überziehen hilft? Doch Dallmeyer, bei seiner stillen Gelehrtenlaufbahn, könnte wohl Zeit haben, etwas zu lernen.“

Samossy johlte: „Stille Gelehrten-Laufbahn ist gut, wenn man mit fünfunddreißig schon Ordinarius und kriechendes Mitglied der Akademie sein will! In wieviel gewisse geheimrätliche Körperteile, glauben Sie, muß man da nicht nur geschlüpft sein — nein, in diesen Organteilen direkt überwintert haben? ‚Stille Gelehrten-Laufbahn‘!“ Er wand sich vor Wut.

Der Gast tröstete.

„Aber Sie sind ja auch längst wohlbestallter Professor?“

„Wohlbestallt?“ — mit doppeltem Armschwung nach Küche und Abort — „das ist der Stall, den ich mir leisten kann.“

In die letzten Worte war merklich ein Unfreies gekommen, geduckte Zerstreutheit, als schöbe sich ihm ein Keil quer zur Gedankenrichtung. Das Weibstück stand im Zimmer, trug heute keinen „Kimono“, sondern war „angezogen“: der Körper grundlos halbiert, in etwas schwarzweiß Gewürfeltes unten, Gestreiftes oben. Das horizontal Hinausgepreßte vorn stand noch eckiger weg wie das erste Mal: beängstigendes Toppgewicht gegen schräggestellte Lackhufe unten.