Fast zärtlich sah er um sich. Wer Samossy Gelegenheit zu einer Bosheit gab, den liebte er beinahe.
Durch die verhockten Massen sentimentalte verträumt die sandhelle Kellnerin dahin; verschüttete von Zeit zu Zeit Kaffee. Eine aufbrüllende Kanaille, ein blaurotes Tier, stürzte dann der Manager jedesmal herzu. Die Roßdiebsvisage versank fast bis zum Balkanscheitel im Hals, so schwoll ihm der Schlächtertorso vor Wut.
Einmal war bei den Literaten der Doyen der Ästheten erschienen, hatte in einer Sprache — von Krause als „gepflegtes Galizianisch“ bezeichnet — ein Räsonnement gehalten, anscheinend über die Grenzen des Stehlens oder wie er es nannte: „das Schöne aus der Vergessenheit heben.“ Und er deutete mit zarter Würde an, der Menschheit diesen Dienst öfters geleistet zu haben.
„Bei Plotin oder dem Kusaner würde sie es weder suchen noch fassen.“
Nach einem Blick auf die Hosenbeine hatte Horus beschlossen, es doch lieber bei Plotin, wenn überhaupt, zu suchen. An diesem Abend ließen sich die Übrigen gleichfalls ethisch los. Ein Längst-Arrivierter dozierte:
„Nur immer in Russen machen, so kleine feine Züge à la Dostojewski — sind ja billig genug — im Buch verstreuen, wie Ostereier in Salonecken, damit der verblödetste Kritiker sie noch finden muß; das freut ihn dann so, daß er den Kneifer verliert.“
Ein Eben-Arrivierender warf mit dem Ende des Eckzahns Offenbarungen und Tips unter die minder erleuchteten aber zahlreicheren Glieder der Zunft:
„Nur immer Galopp schreiben. Transitive Verben. Intransitiv gebrauchen. Vorn. Hinten. Überall. Alles weg.“
Erläuterte an Beispielen.
Das Resultat schien Horus eine Art „Pidgin“-Deutsch analog dem „Pidgin“-Englisch: Hafendialekt wie ihn Kulis und Nigger sich aus aufgeschnappten Brocken zusammenläppern, die Sprache dabei, um eine Dimension verstümmelt, in die Froschperspektive rücken, statt Klavier etwa sagen: