Der andern Ecke gab ein Rennhabitué aus Ungarn viveres Kolorit. Er aß schon mit den Händen, stahl aber offenbar noch mit allen vieren.

Neben ihm stülpte ein bestialischer Herr mit roten Streifen längs der Hosen Spargel ganz tief in das Vorderende seines Verdauungstraktes — einen Augenblick schien es, als vomiere er — dann aber taten sich die Kinnbacken seines Antlitzes auf und nur ein Gewölle von Spargel, an seltsam singenden Fäden, entzog sich wieder dem Schlund. Noch eine kleine Nachgeburt aus Schleim — und mit der nächsten Spargelstange fing alles wieder von vorn an.

Gargi schräg gegenüber saßen drei Personen. Das fast beinlose, madenförmige Geschöpf, hineingeknallt in eine braune, reichlich mit Flöhen gesprenkelte Sache: Foulard genannt und den obligaten Reihersteiß auf der Stirn, hatte nur einmal den großen Krötenblick auf Gargi geheftet, wandte dann den Kopf mit jener empörten Gleichgültigkeit ab, die durch unfreie Haltung ihr Gegenteil verrät. Unter dem Tisch preßten die Badeschwämme ihrer Knie die Hose eines ganz verfaulten Oberleutnants. Der schluckte oben Schnaps in seinen Leib. Über dem seltsam rotierenden Mund ließ das kälberne Schnurrbärtchen die verwesten Hauer frei. Auch das Nasenbein fehlte fast ganz. Dazwischen saß der Bourgeois-Mann, ein rülpsendes Neutrum, und zahlte alles.

Er entfernte sich für einen Augenblick, da steckte der Oberleutnant die ganze Schachtel Zigaretten wortlos ein. Das Weib aber war am Ende ihrer Hemmungen ... konnte einfach nicht mehr; den Kopf schief, stieß sie ihn zärtlich an und nach der Fremden blinzelnd:

„Sag’ megst du mit der da?“

Der gänzlich verfaulte Oberleutnant schüttelte sich von oben bis unten. Sie girrte entzückt, und noch einmal mußte er sich schütteln und zeigen, wie er es mit „der da“ nicht möchte.

Gargi bestellte eine deutsche Zeitung, um anzudeuten, sie verstehe die Sprache.

Doch unbeirrt fuhr die „Fesche“ fort:

„Das G’stell und no so aufgedonnert dazu!“

Gargi trug ein schwarzes Trotteur von Creed, kleine schwarze Toque und war völlig schmucklos.