Ein edler Schwätzerkniff.
Sie zögerte tief — schloß dann die Augen in der nächtlichen Fieberkurve der Sehnsucht, ließ die geliebten dunkelsaugenden Strahlen über sich ein. Und alles war wieder gut.
Da drohte er mit — Heirat. Stellte ihr ein befristetes Ultimatum von drei Wochen. Jetzt solle sie sehen — jedes junge Mädchen könne er haben bis dahin. War es erwachende Reaktions-Prüflust des Vivisektors?
„Es gebe auch Leute, die man peitschen müsse, um sie zum Reagieren zu bringen,“ ließ er sagen.
Sibyl wurde zu Eis und Honig — wünschte viel Glück. Poldi Tatjana, die arme Hörige, irrte mit Botschaft zwischen ihnen hin und her, widerrief Drohungen, die sie tags zuvor gestammelt:
Nur kein Mißverstehen: da sie noch zögere, sei der Plan einer Zwischenheirat aufgetaucht, gerade ihretwillen, ihr Außerordentliches zu bieten. Der alte Leiser habe dem Sohn das halbe Vermögen — sofort zahlbar — als Prämie gesetzt für eine ihm genehme Ehe. Ralph war nicht mehr so jung, wie die eigenwillige Bronze seines Körpers es wahrhaben wollte, schon den zäheren Vierzig nah. Also Scheinehe, Scheidung, die junge Dame erhielt Freiheit und Mitgift zurück und man war unabhängig im größten Stil; die ersten Jahre sollten ja ein unaufhörliches Fest sein, ein goldenes Gewitter, eine Lebenserhöhung, wie sie wenig Sterblichen vergönnt.
Andern Tags war wieder Minotauros Pose: er brauche, rein physiologisch, alle drei Monate eine Jungfrau — dies sei die letzte Ration, ehe er sich einer fairy-queen verbände.
„Also war die junge Wegzehrung wohl schon gefunden?“
„So halb.“ Die Hörige, beflissen, ging in die Falle, zeigte weitgehende Bilder, die sie „im Auftrag“ von dem Fräulein gemacht.
Drei Wochen auf den Tag heiratete er. Schrieb am lendemain „der großen schlanken Ehestifterin“ einen seiner perfiden, verworfenen, verbotenen, ersehnten Briefe, als wäre nichts verändert. Dann reiste das junge Paar.