Ach so. Das. Habe er geirrt? Niemand könnte dann seliger sein wie er. Sie selbst — so großes Kind wie Dame, wisse vielleicht nicht einmal, was ihr unbehütet geschehen. Daß sie, ohne ersichtlichen Grund und ohne doch zu ihm zu kommen, plötzlich ihren Gatten verlassen, habe bei ihm Verdacht — Pardon: Sorge erregt — — aber nein, vor diesen feindseligen Koffern könne er nicht sprechen, und er gab dem nächsten einen Tritt.
So galoppierten sie spazieren, den Weg des ersten Morgens hinan.
Er leugnete gar nichts. Wurde einfach vorurteilsloser Naturforscher. Ob sie, leider sehr unpraktisch erzogen, ahne, wie viel namenloses sexuelles Elend es gerade für die Vornehmsten gebe. Da sei Vorsicht nicht beleidigend, sondern einfach praktischer Idealismus. Doch mit einem Lachen — einem klaren Wort von ihr, wäre alles abgetan gewesen.
Ja, er kam so sehr ins Recht, daß sie nur beschämt gestehen konnte, sie sei es eben noch nicht recht gewohnt, weil bisher in Gesellschaft ihre Tischherren gerade diese Frage nie an sie gestellt. Und ließ den Kopf hängen.
Ein erstes, leichtes Funkeln von Humor erlöste ihre Seele schon. Und schließlich: nachdem sie durch Gabriel in eine Sackgasse des himmlischen Jerusalem geraten, nun zurücktastend, bei diesem hier den Sinn der Erde suchte, durfte sie sich gehaben, erwies er sich gröber, rauher, als der sterile Ätherpfad.
Da schrak sie noch einmal zusammen.
„Ja, aber das mit dem sich anbieten,“ und trotz aller Anstrengung brach die Stimme doch.
Er konnte sich nicht fassen vor entzückter Heiterkeit. Er — er hätte das gesagt, der seit Jahren zum Monomanen geworden — an ihr.
Und plötzlich ernst: ja doch, er habe so was gesagt: daß sich ihm eine solche Erfüllung doch noch biete. ... Mißtrauen gegen das Schicksal habe er gemeint, einfach Furcht, weil es doch noch nicht erlaubt sein könne, so glücklich zu sein.
Dann mit Bitterkeit: Also gerade im Zartesten, im Bescheidenen werde er verdächtigt.