Und die silberne Locke auf dem dunklen Greifenkopf im Spiegel angeseufzt, hieß:

„Ich bin nicht mehr so jung, wer weiß, wann die mächtige Flamme erlischt.“

Sollte noch mehr Leben und Glück vergeudet werden, um einer leeren Formalität willen, die ja in wenig Monaten nach Belieben nachzuholen war?

Und so geschah es. Manisch, brutal, nur einem Zwecke zu. Sie dachte:

„Daß er mich nicht nachher noch an den Füßen aufhängt, wie die Tartarenkhane ihre Weiber, ist alles.“

Er vertröstete: „Dann, ist das große Ziel erreicht, alle Orgien der Welt.“

Sie war wie eine Gefangene. Und doch tat er, als glaube er ihr das Kind nicht. Nur ein einziges Mal hatte sie davon gesprochen, wie eine Frau die Sekunde wisse, wann es in ihr um einen neuen Kern zu kreisen begänne, als du im ich. Wie das Empfinden da gleichsam blitzhaft zucke, her und hin, mit erstem Gruß und Gegengruß.

„Hysterische Faxen,“ hatte er gelacht, „mir, als Physiologen, macht man nichts weis. Sicher sind erst die Herztöne.“

Nun würde sie schweigen bis zu den Herztönen. Fuhr trotzig zu Charmion, das Kind mit sich in die Berge zu nehmen, verschmachtet nach Freiheit und Bewegung. Glitt auf Skiern ins Blaue über Wächten — da es ja doch nur „hysterische Faxen“ waren. Auch hatte er noch etwas gesagt, das sie verdroß und trotzig machte.

„Ich bin nicht mehr jung. Vom eugenetischen Standpunkt aus hätte ich eigentlich mit einer Sechzehnjährigen zeugen sollen.“