Er erläuterte:

„Es war recht schwierig, das in rechtsgültige Formen zu bringen. Nach diesen lächerlichen gynäkokratischen Ehegesetzen, denen ich mich niemals unterwerfe, hätte ja meine Frau bei einer Trennung den Anspruch auf den vierten Teil meines Vermögens. Gegen solche juristische Attentate auf meine materielle Freiheit muß ich mich zu schützen suchen, und mit etwas gutem Willen und einem guten Advokaten läßt sich viel machen, also bitte zu unterschreiben. Es ist das wie ein Sicherheitsgürtel, ehe man sich auf hohe See begibt. Gerade weil du ja hoch über den selbstischen Interessen der gemeinen Weibchen stehst, liegt deiner Unterschrift nichts im Wege.“

„Vielleicht die Selbstachtung,“ sagte sie leise.

Es waren zwei Dokumente. Im ersten mußte sie ihm eine phantastische Summe, viel größer, als ihr tatsächliches Vermögen, als Mitgift zubringen. Das zweite, weit vorausdatiert, enthielt das Geständnis eines Ehebruches — aber, da verstand sie schon nicht mehr ganz — offenbar irgendeiner Infamie, die sie völlig in seine Hand geben sollte. Ob das alles wirklich rechtsgültig — ob es auch nur möglich, was ging es sie an. Ihr Gehirn stotterte nur in einem fort:

„Die ersten Herztöne seines Kindes benützt er zu Erpressungen.“

„Zu Erpressungen, die Not, in die er mich durch Vertrauensmißbrauch gebracht.“

„Wie eine Alimentenjägerin behandelt er mich. Aus Angst vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaß an Anstand.“

„Mein Gott, nur heraus aus diesem Schmutz.“

Dann stieg langsam eine ungeheure Empörung in einer Welle von Rot auf. Sie erhob sich, ging zur Tür. Wenn nur die Stimme jetzt noch hielt, ohne zu brechen:

„Jemand, mit dem man erst einen Vertrag schließen muß, — mit dem schließt man auch keinen Vertrag mehr. Wie den Möbel-, den Marmorlieferanten, versuchen Sie nun auch der ‚Kinderlieferantin‘ nachträglich Abzüge zu machen? Einen Märchenprinzen glaubte ich zu finden und finde — Leiser Herschsohns Nachfolger.“