„Ganz wie gnädige Frau wünschen. Ich möchte nur konstatiert wissen, daß ich die Eheschließung wollte, die Sie — in der beleidigendsten Form — abgelehnt haben. Für weitere Konsequenzen bin ich demnach nicht mehr verantwortlich.“
Sie wollte an ihm vorbei. Er vertrat ihr die Tür. Seine ungleichen Augen genossen die Situation. Dann mit wohlwollender Tücke:
„Nun, vielleicht wäre die Klausel mit dem Kinde unnötig gewesen, es verbleibt mir ja auch so. Wenn du dich um dieses Künftige so wenig kümmerst, wie um Charmion — das genügt mir vollkommen.“
Auch das noch. Für ihn, um ihm andere schenken zu können, hatte sie unter bittersten Kämpfen auf das Arielwesen zum Teil verzichten müssen. Selbst daraus wurde ihr noch der Strick gedreht.
Menschenscheu, ganz allein, irrte sie von Stadt zu Stadt. Sprach durch Monate kaum ein Wort. Mied Seen, Brücken, Felsen. Einmal, in Madrid, war im Hotel nur noch ein hochgelegenes Zimmer frei.
„Nicht im vierten Stock, ich will nicht an dieser Bestie zugrunde gehen.“ Ganz laut geschrien hatte sie es wohl, die Leute schienen so verdutzt.
Nein, diesen Triumph befriedigter Eitelkeit sollte er nicht haben.
Ballten sich in ihr die kleinen Gliedmaßen und schlugen nach oben aus, gegen das Herz, begann sie zu rennen. Ins Freie. Hielt das Bewußtsein mit aller Kraft noch auf Armeslänge von sich ab. Stetig umkreiste es sie in unsichtbaren Sprüngen nach ihrer Kehle. Sie zählte krampfhaft, immer noch bis zehn, und dann noch bis fünf, um es wegzuhalten. Plötzlich, ein Moment inneren Erlahmens: da sprang es ihr an die Gurgel. Sie spürte den stinkenden Hyänenatem der Schmach. Ihre Wirbel zitterten vor Wut.
Im Gral ihres Wesens kreißte also die Jauche eines Wucherers. Was Niggergier in sie hineingespien durch Vertrauensmißbrauch ohnegleichen, sollte sich Leben ermästen dürfen durch sie.
Mutterinstinkt! Über nichts wurde wohl so ausdauernd, feig, schamlos gelogen, und gar von niemandem so heuchlerisch, wie vom Mann.