Doch erst quitt sein, nichts ihm schulden. Und für jede Mahlzeit, je in seinem Haus genommen, für jeden Tag in seinem Haus verbracht, und für die erste Liebesnacht insonderheit, schickte sie die angemessene Summe an das Bankhaus Herschsohn. Raffte dann in irrer Trunkenheit ihr letztes Geld zusammen, — es reichte eben für die Reise, — und fuhr zu ihm.

Als Chauffeur verkleidet, zwei Revolver in den Ledertaschen, klingelte sie am Tor des alten Landhauses.

Eine fremde Person kam herausgeschlurft:

Alles verreist.

Der Herr und Mylady, auch das neue Kind seien fort. Nach Madeira, vielleicht auch Tunis, jedenfalls auf lange.

In ihren muffigen Gasthof zurückgekehrt, warf sie das Fenster auf. Es verspreizte sich, Anstrich blätterte ab. Vor ihr stieg, reich und frei, das herrliche Land, sein Eigentum, so weit man sah.

Da riß der allzu überspannte Wille jäh und traf das Herz. Also entflohen, unerreichbar weit; denn wie das Gesetz den Gauner schützt, so diesen wieder sein Raub, der ihm Freizügigkeit des Reichtums gibt — dem Opfer nimmt.

Sie kroch in die entwürdigende Verlassenheit des Fremdenbettes.

Lag so eine ewige Nacht.

Diese Nacht trat langsam, wie ein drehender Absatz, etwas in ihr aus, ohne das kein Mensch weder leben will noch kann. Etwas, das niedergeknüppelt doch — wie oft — verharrt. Nicht größer zuweilen, als im Riesendom ein gasblauer Stecknadelkopf, doch gespeist mit heimlichem Herzhauch, der von Gott kommt oder ganz aus seiner Nähe: Hoffnung.