„Und weiter sage ich euch: es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.“

Was hatte denn Armut oder Reichtum: äußere Zustände mit dem mystischen Aufbrechen der Lotusse in den Ganglien zu tun? Diese allein durften doch das „Reich Gottes“ heißen, sofern es für Erwachsene Sinn haben sollte.

Doch genug. Noch immer peinlichen Befremdens voll, schob er das Buch an seinen alten Platz. Schloß dann die Augen — hob das Haupt zurück in die goldne Wolke des Vedanta:

„Hier im Herzen inwendig ist ein Raum, darin liegt er, der Herr des Weltalls, der Gebieter des Weltalls: er wird nicht höher durch gute Werke, er wird nicht geringer durch böse Werke. Denn das ist unser Schmuck und Stolz, daß nach Erkenntnis der Seele als Brahman alles Tun-Sollen aufhört, sowie alles Getan-Haben.“

„Wer in sein wahres Selbst einziehen will das ‚Seiende‘, Unzerstörbare, muß seine guten und bösen Taten draußen lassen.“

„Weise und ohne Falsch und frei von Begier in dem Gewoge, steht er als Schauender und ohne Zweiten, er, dessen Welt das Brahman ist.“

„Ihn brennet nicht, was er getan und nicht getan.“

Die lange Welle des großen Atems — wie so oft — ging wieder durch ihn, und rein, als etwas, das irdisch nur dem lebendigen Glockenbrausen in einem Bienenschwarme sich vergleicht: unantastbares, geflügeltes Glück aus Glocken und duftendem Gold.

Wusch die Hände. Während der Strahl über seine glänzenden Nägel sprühte, kam noch einmal unangenehm das Staunen zurück:

„Ethnographie in Ehren. Aber ist es denn wirklich nötig, den Privatfetischismus jeder kleinen Barbarenrotte, die je gelebt, zu registrieren und zu bewahren?“