Außer diesen feinen aristokratischen Seidenspitzen drängte sich im Wechsel der Mode ein bürgerliches Surrogat der schweren Wollspitzen ein, die zu verschiedenen Zeiten unter gewechselten Namen zum Beispiel als Lama auftauchen und eine mehr oder minder langlebige Modeerscheinung waren; künstlerisch haben diese nicht viel Bedeutung. Sie wurden größtenteils in der Auvergne, in Puy und Umgebung fabriziert und tragen den gröberen torchon-Charakter dieser Spitzen-Zentren zur Schau. Doch immer wieder werden diese Spitzen, von Modelaunen abhängig, auftauchen und verschwinden, wie es der Caprice der Mode oder dem Unternehmungsgeist einzelner großer Fabrikanten entspricht. Die soziale Tendenz ist aber diese, daß die Arbeiterinnen immer weniger gerne schwarze Spitzen erzeugen, da dieses den Augen ungleich schädlicher wie die weiße Spitzenfabrikation ist. –


Buchdruckerei Roitzsch, G. m. b. H., Roitzsch.


Abbildungen

POINT COUPÉ MIT RETICELLA

RETICELLA