Der Bäcker hatte noch kaum über die Bretter das Ufer bestiegen, da war er schon von Bubbles Gehilfen dreimal photographiert, mitsamt Prinz. Die Leute umringten ihn und beglückwünschten ihn und bewunderten den Eishund, der mit scheuen Blicken, aber immer noch seinen Schinkenknochen zwischen den Zähnen, unter des Bäckers Arm saß. Zwischendurch mußte der Bäcker Bubbles Rede und Antwort stehen, wo er herkomme und so weiter. Man erfuhr, daß er Waldersees Liebling gewesen sei. Na ja, da hatte er die Moltkesche Strategie gelernt – kein Wunder! Einer erzählte es dem andern. Der Bäcker mußte seine Wohnung angeben. Dann gestatteten ihm die Polizisten, den Eishund nach Hause zu nehmen.

Und der Eishund war nun ein gemachter Hund – sozusagen. Feine Damen kamen Tag um Tag in Kutschen zu dem tapferen Bäcker gefahren und wollten den berühmten Hund sehen. Eine alte reiche Dame erstand ihn, da ihn niemand beanspruchte, von dem Bäcker für 25 Dollars und nahm ihn in ihr Haus, wo er den Namen Teddy erhielt, dem Präsidenten Roosevelt zu Ehren, und ein Leben voller Wonne führte.

»Und das alles,« spöttelten die vornehmen Hunde aus der Fünften Avenue, »weil er das Glück hatte, in das Trinkwasserbecken im Park zu fallen. Zu albern!«

Das ist die Geschichte von dem Eishund.

Ludwig Thoma:
Besserung

Wie ich in die Ostervakanz gefahren bin, hat die Tante Fanny gesagt: »Vielleicht kommen wir zum Besuch zu deiner Mutter. Sie hat uns so dringend eingeladen, daß wir sie nicht beleidigen dürfen.«

Und Onkel Pepi sagte, er weiß es nicht, ob es geht, weil er so viel Arbeit hat, aber er sieht es ein, daß er den Besuch nicht mehr hinausschieben darf. Ich fragte ihn, ob er nicht lieber im Sommer kommen will, jetzt ist es noch so kalt, und man weiß nicht, ob es nicht auf einmal schneit. Aber die Tante sagte: »Nein, deine Mutter muß böse werden, wir haben es schon so oft versprochen.« Ich weiß aber schon, warum sie kommen wollen; weil wir auf Ostern das Geräucherte haben und Eier und Kaffeekuchen, und Onkel Pepi ißt so furchtbar viel. Daheim darf er nicht so, weil Tante Fanny gleich sagt, ob er nicht an sein Kind denkt.

Sie haben mich an den Postomnibus begleitet, und Onkel Pepi hat freundlich getan und hat gesagt, es ist auch gut für mich, wenn er kommt, daß er den Aufruhr beschwichtigen kann über mein Zeugnis.

Es ist wahr, daß es furchtbar schlecht gewesen ist, aber ich finde schon etwas zum Ausreden. Dazu brauche ich ihn nicht.

Ich habe mich geärgert, daß sie mich begleitet haben, weil ich mir Zigarren kaufen wollte für die Heimreise, und jetzt konnte ich nicht. Der Fritz war aber im Omnibus und hat zu mir gesagt, daß er genug hat, und wenn es nicht reicht, können wir im Bahnhof in Mühldorf noch Zigarren kaufen.