Darum ist gesagt: "auf Akasha geht diese Welt zurück"—
"Einklang von Seele und Leib."
Darum ist gesagt: "Akasha—des Brahma Standort"—"Brahma
leibhaftig geworden"—"deiner Seele Leib."
"Darum soll man als dieser Welt Keim Akasha wissen."
Sehend geworden erkennst du:
—Es ist der Welt, die dich lebt, Atmen—
—atma—
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So, o Teurer, können wir Menschen, der Erscheinung nachdenkend, uns dieses vorstellen; der Erkenntnis ehernes Tor, verhüllte Wahrheit dem nicht Erkennenden—Upanishad.
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So lautet in Aranada Upanishad der zweite Abschnitt: zeit- räumlicher Erscheinung Urbestand; nunmehr kâma, Verlangen.
III. DAS VERLANGEN DIESER WELT — kâma —
Zu dem, was ich dir ferner zu sagen gedenke, o Teurer! behalte vor Augen: Es geschieht wohl, daß von den dickkopfigen Ameisen eine mitten-von-einander bricht; alsbald kehren sich die getrennten Teile feindlich gegen einander: der Kopf greift mit den Kiefer an, der Leib wehrt sich mit dem Stachel. Eben noch einheitlicher Bestand, Ein Ich mit Einem Bewußtsein, Einer Empfindung, Einem Willen, von gleicher Sorgfalt für alle Teile seines Körpers erfüllt—zerfällt es vor deinen Augen in zwei Bewußtsein, zwei Empfindungen, zwei Willen, zwei Seelen; jedes der beiden Teile fühlt sich selbständig, ein "Ich", und seine erste Tat ist Kampf gegen das, was es nicht mehr als sein Ich erkennt. Zwiespalt körperlich-seelisch; Gedanke dieser im Zwiespalt atmenden Welt; Ausdruck des ur-Sprungs: Kâma, Verlangen. Durch ur-Sprung: ur-TeilIch und gegen-TeilIch. Durch solche Teilung Verlangen in Ich und Ich;—das Außer-einander von Ich und Ich ist Verlangen: — KAMA —
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Also ist die Unterweisung:
Ich knüpfe an Gesagtes an, o Teurer!
Der Erreger, savitar, die Sonne, weckt die Geschöpfe—alsbald
beseelt diese der Gedanke des Lebens: Kâma, Verlangen, und es folgt
Jagd und Kampf.
Brennend vor Begier wirft sich der Eine auf den Anderen: "du bist
meine Nahrung"—und der Sieger frohlockt: "ich töte dich: es ist
mein Recht."
Vom Unterliegenden jedoch schallt voller Widerspruch zurück: "ich
will nicht sterben, du darfst mich nicht töten, es ist unrecht und
böse!"
Du erwägst zuvörderst den Gegensatz im atmenden Verlangen im
'Raum' erscheinend.
Jeder der Beiden, hier wie dort, der Sieger sowohl wie der
Unterliegende, will dasselbe: will leben, nicht sterben; will töten
und fressen, will nicht getötet und gefressen werden.
Hier wie dort Ein Gedanke, dasselbe Verlangen, dennoch
Widerspruch, Zwiespalt, Gegensatz.
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