Sie grüßten sich verlegen und gingen ein Stück schweigend nebeneinander. Es war heiß, und um sie her wogten die grünen dämmernden Schatten, die ganz durchwürzt waren von dem herben Duft des Eichen- und Buchenlaubes, von dem süßen Duft eines blühenden Buchweizenfeldes, das rötlich in der Sonne lag, und eines Kleeackers, und ganz durchzückt von zitternden Sonnenstrahlen, die sie umspielten.

Manchmal sagte er etwas Kurzes, Gleichgültiges, dann lächelte sie dazu oder seufzte oder sie gab eine ganz verkehrte Antwort, deren Sinnlosigkeit er indes nicht merkte. Warum es nur so ganz anders war, wenn man einander unversehens des Nachmittags hier traf, als wenn man des Morgens zusammen herschlenderte? Warum es so viel verwirrender war? Weil Sonnenglut sich breitet, wo früh dämmernde kühle Schatten lagen?

Auf einer Bank saßen sie ein wenig nieder, und damit schien er den Mut zu einer Mitteilung zu finden, die er bisher zurückbehalten.

»Ich habe einen Brief aus Breslau erhalten,« sagte er, »und eigentlich in der Hoffnung, Sie vielleicht einen Augenblick sprechen zu können, bin ich hergekommen, um Ihnen zu sagen, daß ich – diese Stelle bekomme.«

»Ach – Sie bekommen sie!« rief sie erschrocken.

»Ich glaubte nicht, daß es Ihnen unangenehm sein würde,« sagte er gekränkt.

Sie schwieg und sah vor sich nieder.

»Ich – ich hatte gehofft, mich manchmal zur Dämmerstunde bei Ihnen einstellen zu dürfen. Ich habe sie so sehr gewünscht, diese Stelle. Deshalb – Warum sagen Sie nichts?«

»Es geht nicht.«

»Es geht nicht? Nicht, daß ich Sie sehe?«