»Wenn Sie ihm sagten, daß es heut doch nur – Freundschaft ist – von Ihrer Seite – auch dann –«
»Dann würde ich lügen.«
Kein Wunder, daß er sie jetzt in seine Arme schloß und küßte. »So glücklich, so grenzenlos glücklich soll ich sein!« stammelte er.
Aber sie machte sich los. »Glücklich? ›Mein Lieb, wir wollen beide elend sein,‹ wird das Programm wohl eher lauten. Haha!«
»Lachen Sie doch nicht so schrecklich! Lach' nicht so, Geliebteste.«
»›Wem so des Schicksals hübsche sieben Sachen‹ und so weiter! Um bei Heine zu bleiben. Aber genug für heute. – Auf morgen! auf morgen! Ich kann nicht mehr.«
Und leidenschaftlich riß sie sich los.
In allem Elend stand er doch mit einem glückseligen Lächeln und sah sie ihm wieder entfliehen.
Siebentes Kapitel.
Durch die gardinenlosen Fenster eines Parterrezimmers fiel ein Sonnenstrahl, der sich eben noch durch die Lücke zwischen zwei Hinterhäusern durchzwängte, und beleuchtete das Innere eines wunderlichen Gelehrtenheims, der Arbeitstube Doktor Ewald Rhodes. Die eine Wand dieses Raumes war hauptsächlich von hohen Regalen bedeckt, die ganz mit Büchern besetzt waren und zwar Büchern medizinischen, chemischen und physikalischen Inhaltes. Am Fenster stand ein Bureau, das als Schreibtisch diente und zugleich verschiedene Instrumente und Chemikalien barg. Ein ziemlich großer Tisch in der Mitte des Zimmers war mit Skripturen und Drucksachen bedeckt. Im übrigen war der Raum vollgepfropft mit allerlei Apparaten, Werkzeugen und Instrumenten, von denen indes nur einiges auf der Höhe der Wissenschaft stand, das übrige überholt und dürftig war, einiges, das der Doktor selber erfunden, geradezu seinen dilettantischen Ursprung verriet.