Auch der Schwiegermama war der Aufenthalt bestens bekommen. »Potztausend,« rief er ihr zu, »Sie sind wieder jung geworden, Großel!« Nun, Madame Gernoth war achtundvierzig Jahr, man hört so etwas auch dann noch gern. Und damit nahm er ihr das sorgsam in Tücher gehüllte, schlafende Etwas ab, das sie auf dem Arm trug, während ein mürrischer Packträger sich des Handgepäcks bemächtigte, das die junge Frau hinauslangte.
»Gott sei dank, daß ich Euch wieder hab, ich hab es schon kaum mehr ausgehalten!« Und abwechselnd preßte er das schlafende Packet an sich, die junge Frau und ein klein wenig Madame Gernoth.
»Nun, was Sie anbetrifft, lieber Rhode,« sagte diese, »so sehen Sie nicht besonders gut aus.«
»Es war so heiß in der Stadt und ich habe viel gearbeitet.« Inzwischen wurde es in dem Tuche lebendig. »Mein Klärchen, bist Du denn munter, mein geliebtes kleines Mädel?«
Das Kind richtete sich auf und sah den Mann, der es trug, erschreckt an. »Kennt mich mein Klärchen nicht mehr?«
»Wenn wir nur erst aus dem Gedränge wären!«
Inzwischen schien sich die Kleine völlig ermuntert und besonnen zu haben.
»Der Papa!« sagte sie und legte die Ärmchen um seinen Hals.
»Sag' doch Papa das Verschen, das Du gelernt hast, das hübsche Willkommenverschen für Papa. ›Wir haben sieben, Klärchen, sieben echte.‹«
»Ach, laß sie doch,« bat Madame Gernoth. Aber Rhode sah das Kind zärtlich aufmunternd an.