Er zündete eine Kerze an und dann eine schlechtgeputzte messingene Öllampe; und er that es mit zitternden Händen, fahrig, unsicher.
Wanda merkte es nicht. Das Herz klopfte ihr ein wenig, denn was sie that, war nicht in der Ordnung, aber sie war mehr belustigt von ihrer Keckheit, als fassungslos. Mit der Harmlosigkeit eines genialen Kindes, das sie war, stand sie in der Stube des Mannes, den sie liebte und der sie liebte, und betrachtete das sehr einfache Möblement, die nicht sehr sauberen Gardinen, die Musikinstrumente und Lithographien, die an den Wänden hingen: eine Guitarre, ein Waldhorn, eine Geige in grünem Flanellbeutel, ein Tod Kosziuskos und Sobieskis Sieg über die Türken.
Indessen blätterte und suchte er in einem Noten-Folianten und schien nicht finden zu können, was er suchte. »Endlich! Da!« Er drehte sich nach ihr um und sah sie mit einem seltsamen Lächeln an, die, da es heiß im Zimmer war, eben den Mantel aufknöpfte. Er sprang hinzu und nahm ihn ihr ab. »Du bist so blaß,« sagte sie.
»Ja, mein Gott« – und immer wieder mußte er eine rebellische Locke aus dem Gesicht schieben, die zu tief hineinfiel. »Ich – ja – ich werde das jetzt spielen. Siehst Du: Beethoven.«
»Ich bin geschlagen.«
»Soll ich spielen?«
»Aber natürlich.«
Er schlug den Deckel des kleinen Pianos auf, das in einem Winkel stand, stellte Notenbuch und Lampe darauf: »Ich kann es auswendig, aber – damit Du Dich überzeugst,« sagte er heiser.
»Ja. Ach, Deine Lampe! Die muß Dir die Wirtin einmal blank putzen.«
»So?«