»Und dieser Staub hier! Du, Du, weißt Du, wie man das nennt: polnische Wirtschaft.« Sie lachte leise.
Er lächelte mit schmerzlicher Ironie.
»Man muß heiraten – nicht wahr? – man sollte – – hier ist die Stelle!«
»Fang nur an.« Und da spielte er, schlecht zuerst, mit klammen, zitternden Fingern danebengreifend, ausdruckslos; dann wunderschön, singend, schwellend, jubelnd, groß und edel.
Wanda Rhode hatte in einem Rohrlehnstuhl Platz genommen und hörte ganz verloren zu. Ihr kleines Abenteuer war beinahe feierlich, ja wirklich, es war feierlich, die Thränen traten ihr in die Augen, während sie auf die grün schablonierte Wand und den Sieg Sobieskis starrte. Als er aufschaute, war eine Pause zwischen ihnen.
»Spiel' jetzt was Lustiges,« sagte sie; »ich bin ganz traurig geworden, ganz traurig. Spiel' einen Krakowiak.«
»Gewiß.« Und er spielte. Er spielte glühend, er spielte seine ganze Leidenschaft in die Wirbel eines Nationaltanzes, sein ganzes heißes Mannesbegehren, das ihr harmlos-kecker Besuch heraufbeschworen.
Es zuckte Wanda durch alle Glieder, sie bewegte den Kopf nach der Melodie, fing an, sie mitzusingen und endlich mit den Füßen leicht den Takt dazu zu treten. Mit einem Mal brach er ab und sprang auf, auch Wanda erhob sich, Zärtlichkeit, Lust und Übermut sprühte aus ihren Augen. »Ich danke Dir sehr, es war schön. Und nun geh' ich wieder,« sagte sie.
Der Pole aber stürzte vor ihr nieder, umklammerte ihre Kniee und drückte den Kopf in die Falten ihres Kleides. »Du – bist zu mir gekommen – Du –«
»Steh' doch auf, Witold,« bat sie ängstlich.