»Ich? nein. Jener!«
Er war allein.
Dumpf erschüttert, schweratmend, gefoltert von einem ungeheuren Schmerz, stand er lange inmitten des Zimmers und starrte auf die Thür, die sich hinter ihr geschlossen.
Dann trat er ans Fenster. Kein Mondstrahl traf das enge Gewinkel von Höfen und Hinterhäusern da draußen. Es war ganz dunkel. Dunkel wie diese ewigen Daseinsfragen, die der in glücklicher Geistesenge Lebende nicht kennt, und an denen der ringende Geist, das leidenschaftliche Gefühl zur eigenen Qual herumrätselt, um nur einen, einen Strahl zu erhaschen von dem ewigen Lichte, das er ahnt, einen Strahl, der seine Finsternis erhellte.
Aber es blieb dunkel, wie sehr er auch an den Falten des Mantels zerrte, in denen die Gottheit sich verhüllt; und seine Wünsche, seine Empfindungen blieben, die sie waren, wie sehr er an den Fasern des eigenen Herzens riß, das sein Verlangen dem Weibe zuwandte, die ihn ihren Peiniger und Verderber genannt.
Was war nun das Leben?
Nichts, nichts als ein beständiger Konflikt! Nichts als ein ewiges Gewühl von Täuschungen und Irrtümern des Kopfes und des Herzens! Nichts als ein Kampf, der hier vernichtet, um dort leben zu lassen!
Es blieb dunkel. –
Indessen hatte sich von einem Seitentische her ein feiner scharfer Geruch verbreitet, der jetzt seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Er ging dorthin und beugte sich über den aufgestellten Apparat.
»Ah – die Zersetzung schreitet fort, schon entwickelt sich Strom. Es wird gut werden!« Und damit überkam ihn etwas wie frohe Zuversicht überhaupt. »Alles wird gut werden, alles! wird der Anfang neuen Glückes werden und herrlichen Gelingens.«