"Aber sie sind gesund!"
"Ach was! Das bildest du dir ja nur ein, Amalie, daß du krank bist!"
"Ich?"
"Allerdings, Amalie! Ich behaupte…"
Amalie war jetzt ein wenig ungeduldig geworden.
"Ach was! Laß lieber das Kind nicht so schrein!"
"Auch das ist wieder nur so ein Vorurteil von dir, Amalie! Was schadet das! Ich habe gelesen, es ist nichts gesünder! Die Lungen weiten sich dabei! Aber — e…wie gesagt! Du solltest das Kind selbst tränken! Die heutige Kultur freilich, die Kultur der europäischen Welt…"
Die Kultur überging Amalie. Sie hielt sich nur an die Ermahnungen, die sie nun schon so oft zu hören bekommen hatte.
"So! So! Jawoll doch! Gewiß! Bei unserm Leben! Den ganzen Tag lebt man von Kaffee und Butterbrot! Ich möchte wissen, wie das arme Wurm dabei gedeihen sollte!"
"Ha! Zu leben im Schweiß und Brodem eines eklen Betts, gebrüht in
Fäulnis, buhlend und sich paarend über dem garst'gen Nest! Nicht
wahr? Du willst damit sagen, daß ich an unsrer Lage schuld bin,
Amalie!"