Die kleine Mieze hatte den Biskuit jetzt auf geweicht und fing nun an, den kleinen Fortinbras damit zu füttern. Von ihrem Teller, auf dem neben den drei gebratenen Äpfeln nur noch ein paar kleine fettriefende Hautstückchen lagen, naschte sie kaum.
Der kleine Fortinbras stöhnte vor Behagen.
"He? Willst du noch mehr, Dickerchen? Noch mehr?"
Der kleine Ole hatte sich jetzt neugierig über den Tischrand gebogen.
Sein Schnurrbärtchen duftete nach chinesischer Tusche.
"Nein! Nein! Nu sieh doch bloß, Dickerchen! Wie es dem Balg schmeckt!—Was?! Noch mehr?!—No! No! Nur nicht gleich schreien!—So!"
Frau Wachtel war jetzt ordentlich bis zu Tränen gerührt. Und wenn sie bis zu Tränen gerührt war, vergaß sie es auch nie, von ihrer verstorbenen Pflegetochter zu erzählen. Und das kam ziemlich oft vor.
"Ja, sehn Sie! Sie war ein Engel, Frau Thienwiebel! Ein Engel!"
Frau Thienwiebel kaute.
Frau Wachtel beschrieb jetzt ausführlich die Krankheit des Engels, und wie er dann gestorben war. Er hatte Malchen geheißen und war dabei so himmlisch geduldig gewesen.
"Ja, sehn Sie, Herr Nissen! Sie war mein Einz'ges! Sie tröstete mich noch, als schon der Tod kam. Sie war ein Engel!"