Wir sind mitten in der Frühjahrsbestellung. Aulestad unter Erlings Leitung ist all den anderen Höfen in Gausdal und Fåberg voran. Er ist sehr stolz darauf!

Wie freue ich mich jedesmal, wenn Deine Briefe kommen und uns erzählen, daß Du Fortschritte machst in Deiner Arbeit, Lebensmut fühlst und Dich nicht ducken läßt oder hemmen!

Dein Freund Vater.

Liebe Bergliot, diese Zeilen heute, um mit Dir über Deinen jetzigen Zustand zu reden.

Bist Du so schwach, daß Du ein Jahr aussetzen willst? Überleg’ es Dir!

Sprich in diesem Fall mit Mad. Marchesi darüber.

Daß Du Dich so unendlich einsam fühlst, ist natürlich auch nur Schwäche — das gleichfalls. Ich wüßte nicht, daß jemand leichteren Zutritt hätte zu der besten französischen Gesellschaft als Du durch (Mademoiselle) Breslau und ihre Freunde. Aber Dein ganzer Brief ist nur schwarz in schwarz.

Herrgott, wie sonderbar Du bist! Begabt mit einer bezaubernden Stimme, mit der Möglichkeit, sie auszubilden, mit Sprach- und Menschenkenntnissen, in guter Umgebung, mit den Mitteln zu allem, was Du an Essen, Kleidern, Vergnügen brauchst, und dabei in einer kohlpechrabenschwarzen Laune! Und glaubst bloß an einen Menschen, Frau Cavling!

Mußt Du nicht selbst lachen über die Unnatürlichkeit und die Übertreibung, die darin liegt?

Mutter ist ganz verzweifelt, kannst Du Dir denken; denn sie macht alle die Sprünge Deiner Laune mit; ich halte mich viel tapferer; aber zuletzt muß ich mich ja auch besiegt geben, wenn es bloß immer schlimmer wird.