Fordi det vaevet er af Smerte, —

i Savn og Angst er al vor Fryd.

Ein erschreckender, ohrenbetäubender Beifall. Sie wollten, sie mußten das Lied noch einmal haben; diesmal sollte Aarös vornehmer Widerstand sich für besiegt erklären.

Aber er leistete nicht Folge, und endlich gaben einige es auf, andere fuhren eigensinnig fort. In der Zwischenzeit trennten einige Damen sich von dem Haufen; sie kamen an Ella vorüber. „Hast du Frau Holmbo gesehen, wie sie sich versteckt und geweint hat?“ — „Ja. Aber hast du sie während des ersten Liedes gesehen? Oben auf der Bank? Ihr hat er die ganze Zeit zugesungen.“

Kurz darauf — es mochte zwei Uhr nachts sein — schoß eine kleine, dicht verhüllte Dame pfeilschnell durch die Straßen. An der Kopfbedeckung und anderm sahen die Wächter, daß es eine von den Balldamen sein müsse. Sonst pflegten sie begleitet zu werden; aber der Ball war noch nicht zu Ende; da war gewiß irgend etwas nicht in Ordnung, sie ging auch so schnell.

Es war Ella. Sie eilte gerade an dem verlassenen Rathause vorüber, aus dem jetzt ein Speicher gemacht war. Die äußeren Mauern waren stehen geblieben, aber innen das schöne Holzwerk war verkauft und forttransportiert worden.

Das ist gerade wie mit mir, dachte Ella; sie eilte, so sehr sie konnte, Nächten ohne Schlaf und Tagen ohne Freude entgegen.

Gegen Morgen wurde Axel Aarö sinnlos betrunken von Kameraden nach Hause gebracht. Einige sagten, er habe ein Bierglas voll Whisky hinunter gegossen in dem Glauben, daß es Bier sei; andere sagten, er sei „Quartalssäufer“ geworden, sei es lange gewesen, habe es jedoch verheimlicht. „Quartalssäufer“ heißen Leute, die in längeren Zwischenräumen trinken müssen. Sein Vater war es vor ihm gewesen.

Ein paar Tage darauf ging Axel Aarö in aller Stille nach Amerika.