"Na, jetzt kommt Leben in Dich. Wie sie sich windet, das alte Gespenst!
Kille, kille!"

"Vater!" sagte Arne, und die Stube fing an, sich um ihn zu drehen.

"Kille, kille, sag' ich!"—Sie ließ seine Hände los und ergab sich.

"Vater!" rief Arne. Er rannte in die Ecke, wo eine Axt stand.

"Du schreist wohl aus Trotz nicht? Nimm Dich aber in acht; ich hab' solche schreckliche Lust bekommen. Kille, kille!"

"Vater!" schrie Arne und packte die Axt, blieb aber wie angewurzelt stehen; denn in demselben Augenblick richtete der Vater sich auf, stieß einen gellenden Schrei aus, griff sich nach der Brust und sank um; "Jesus Christus!" sagte er und lag ganz still.

Arne wußte nicht mehr, wo er eigentlich war; er erwartete, die Stube müsse auseinanderbersten und ein helles Licht irgendwo hineinfallen. Die Mutter atmete schwer, als wälzte sie eine Last von sich ab. Schließlich richtete sie sich halb auf und sah den Vater lang ausgestreckt auf dem Fußboden liegen und den Sohn mit einer Axt daneben stehen.

"Gott Du Barmherziger, was hast Du getan?"—schrie sie und sprang aus dem Bett, warf sich einen Rock über und kam heran. Da war ihm, als löste sich seine Zunge. "Er ist von selbst umgefallen", sagte er leise.—"Arne, Arne, das glaube ich Dir nicht," sagte die Mutter laut und strafend, "jetzt sei Gott mit Dir!" und sie warf sich jammernd über die Leiche. Der Junge aber erwachte aus seiner Betäubung und fiel auch auf die Knie: "So wahr ich der Gnade Gottes teilhaftig werden will, er ist auf der Stelle umgefallen."——"So ist Gott der Herr selbst hier gewesen", sagte sie leise, kauerte sich zusammen und starrte vor sich hin.

Nils lag noch unverändert und steif da; Mund und Augen waren offen. Die Hände hatten sich einander genähert, als wollten sie sich falten, waren aber dazu nicht mehr imstande gewesen. "Faß Deinen Vater an, Du bist kräftig; hilf mir ihn aufs Bett legen." Und sie nahmen ihn und betteten ihn; sie drückte ihm Augen und Mund zu, streckte ihn aus und faltete ihm die Hände.

Dann standen sie beide da und schauten ihn an. Nichts von dem, was sie bis jetzt erlebt hatten, war so bedeutungsvoll und so inhaltsschwer wie diese Stunde. Wenn der Böse leibhaftig da gewesen war, so hatte doch auch Gott der Herr hier gestanden; es war nur eine kurze Begegnung gewesen. Alles Vorangegangene war nun abgetan.