Der Bursch glaubte nämlich halb und halb, sie müsse eine Waldhexe sein.
Mei' Vota is tot
Und die Hütt'n verbrennt—
I hab' no' mei' Lebtag
Koan' Pfarrer net 'kennt.
Hieraus wurde der Bursch ebensowenig klug. Den Tag über war er auf dem Felsen; des Nachts träumte er, sie tanze um ihn herum, und jedes Mal, wenn er sie haschen wollte, schlage sie mit einem langen Kuhschweif nach ihm. Er fand kaum noch Schlaf; arbeiten konnte er auch nicht mehr, und es war um den Burschen übel bestellt.
Wenns d'a Trud bist, na mog i
Nix wissn vo' dir,
Aber bist nur a Deandl,
Na ko'st red'n mit mir.
Aber es kam keine Antwort, und da stand es bei ihm fest, sie müsse eine Waldhexe sein. Er gab das Viehhüten auf, aber da wurde es auch nicht besser; denn wo er ging und stand, und was er auch tat, immer dachte er an die schöne Waldhexe, die das Horn blies.
Als er eines Tages stand und Holz hackte, kam ein Mädchen über den Hof gegangen, das leibhaftig wie die Waldhexe aussah. Aber als sie näher herankam, war sie es doch nicht. Das ging ihm im Kopf herum; da kam das Mädchen zurück, und von weitem war es die Waldhexe, und er lief ihr entgegen. Aber sowie sie näher herankam, war sie es doch nicht.
Fortan mochte der Bursch sein, wo er wollte, in der Kirche, beim Tanz oder bei andrer Geselligkeit,—das Mädchen war auch da; von weitem sah sie aus wie die Waldhexe, in der Nähe war sie eine andere; er fragte sie dann, ob sie es sei oder ob sie es nicht sei; sie aber lachte ihn aus. Man kann gerade so gut hineinspringen wie hineinkriechen, dachte der Bursch, und also heiratete er das Mädchen.
Als das aber geschehen war, mochte er das Mädel nicht mehr leiden. War er fern von ihr, so sehnte er sich nach ihr; war er bei ihr, so sehnte er sich nach einer, die er nicht sah. Deshalb behandelte der Bursch seine Frau schlecht; sie ertrug es und schwieg.
Eines Tages aber, als er die Pferde holen wollte, kam der Bursch an den
Felsen, setzte sich nieder und rief:
Der Mond und die Sterndln
Und 's Wasser derzua—
Es rihrt si weitum nix—
Nur i hob koan Ruah.