Dein alter Lehrer
Baard Andersen Opdal.
An die
ehrsame Jungfrau Margit, Tochter des Knut vom Heidehof.
Schönen Dank für Deinen Brief; ich habe ihn gelesen und verbrannt, wie Du gewollt hast. Du schreibst von vielem, aber gar nichts von dem, was ich gern wissen wollte. Eher darf ich auch von etwas Gewissem nicht schreiben, bis ich nicht weiß, wie es Dir in allen Stücken geht. In dem Brief vom Schulmeister steht nichts, worauf man bauen könnte, aber er lobt Dich, und doch sagt er, Du bist unbeständig. Das warst Du schon immer. Jetzt weiß ich nicht, was ich denken soll, und deshalb mußt Du mir schreiben; denn ich habe keine Ruhe, bis Du nicht geschrieben hast. In dieser Zeit denke ich immer dran, wie Du am letzten Abend auf den Berg kamst, und was Du da sagtest. Mehr will ich diesmal nicht schreiben, und deshalb leb' wohl.
Ergeben
Öyvind Pladsen.
An
Herrn Öyvind Thoresen Pladsen.
Der Schulmeister hat mir wieder einen Brief von Dir übergeben, und ich habe ihn jetzt gelesen. Aber ich verstehe ihn nicht recht, und das kommt wohl daher, daß ich nicht gelehrt genug bin. Du willst wissen, wie es mir in allen Stücken geht. Nun, ich bin gesund und munter, und mir fehlt nicht das geringste. Ich mag gern essen, besonders wenn es Milchreis gibt. Nachts schlafe ich, und zuweilen tags auch noch. Ich habe viel getanzt in diesem Winter, denn hier ist viel los gewesen, und es ging immer sehr lustig zu. Ich gehe in die Kirche, wenn nicht zuviel Schnee liegt; aber im Winter lag er sehr hoch. Jetzt weißt Du doch wohl alles, und wenn nicht, so bleibt nichts weiter übrig, als daß Du mir noch einmal schreibst.
Margit, Tochter des Knut.
An die ehrsame Jungfrau Margit, Tochter des Knut vom Heidehof.
Deinen Brief habe ich bekommen, aber mir scheint, Du willst mich nicht klüger werden lassen. Vielleicht ist das ja auch eine Antwort, ich weiß es nicht. Ich darf von dem, was ich schreiben möchte, kein Wort sagen, denn ich kenne Dich ja nicht. Aber vielleicht kennst Du mich auch nicht.
Du mußt nicht glauben, daß ich noch der weiche Käse bin, aus dem Du das Wasser herausdrücktest, als ich dasaß und Dich tanzen sah. Ich habe seit der Zeit auf manchem Brett zum Trocknen gelegen. Ich bin auch nicht mehr wie die langhaarigen Hunde, die gleich die Ohren hängen lassen und den Schwanz einziehen, wie ich es früher getan; jetzt lasse ich es an mich herankommen.