Da, Wetter, wird dem Alten bang,
Er rückt heraus mit: ja doch—ja!
Und Hochzeit gab's mit Sang und Klang
Und Böllerschuß, hurra!
Bald kamen auch Röschen nun, o ja,—
Röschen in Strümpfen und Schuhn, o ja.
Die der roten waren weiß, doch—hm!—
Die der weißen alle rot.

IN DER JUGEND

Jugendmut,
Jugendmut,
Wie der Falke kühn und leicht
Hebt er sich im Blau und steigt,
Bis er alle Höhn erreicht.
Jugendblut,
Jugendblut,
Braust wie Dampf durch Meer und Nacht,
Sprengt das Stromeis, daß es kracht,
Trotzt dem Sturm und jauchzt und lacht.
Jugendtraum,
Jugendtraum,
Schleicht sich wie ein Schelm hinein
In schön Mägdleins Kämmerlein;
Aller Duft und Glanz des Lenzen
Seine leichten Wellen kränzen.
Jugendlust,
Jugendlust,
Sprudelt aus der Felsenbrust,
Schleudert noch im Sturz zum Grabe
Lachend seine Strahlengabe.
Jugendlust,
Jugendtraum,
Jugendblut,
Jugendmut
Streun auf unsern Erdenwegen
Singend ihren goldnen Segen.

DAS BLONDE MÄDCHEN

Ich weiß, sie wird sich von mir wenden,
So scheu, wie je ein Traum entwich—:
Und doch, ich kann nur immer enden:
Du blondes Kind, ich liebe dich!
Ich liebe deiner Augen Träume:
So weilt auf Schnee der Mondnacht Ruh
Und tastet sich durch steile Bäume
Nur ihr verschlossnen Tiefen zu.

Ich liebe diese Stirn: ein Siegel
Der Reinheit, blickt sie sternenklar
In der Gedankenfluten Spiegel,
Der eignen Fülle kaum gewahr.
Ich liebe dieses Haar, sich drängend
Aus seines Netzes strengem Band:
Voll kleiner Liebesgötter hängend,
Verlockt es Auge mir und Hand.

Ich liebe diese schlanken Glieder
Mit ihrem Rhythmus wie Gesang.
Hell klingt des Lebens Wonne wieder
Aus ihrer Pulse dunklem Drang.
Ich liebe diesen Fuß, dich tragend
In deiner Herrlichkeit und Kraft,
Durchs muntre Land der Jugend wagend
Den Weg zur ersten Leidenschaft.

Ich liebe diese Lippen, Hände,
In Amors eifersüchtiger Pacht;
Des Würdigsten als Siegesspende
Gewärtig und für ihn bewacht.
Ja, schürze nur die schönen Brauen
Und wende dich zur Flucht und sprich:
Kein Mädchen dürfe Dichtern trauen.
Ich liebe dich! Ich liebe dich!

MEIN MONAT

Ich lobe mir April,
In dem das Alte fällt,
Das Neue Kraft erhält;
Wohl liebt er Friede selten,—
Doch soll wohl Friede gelten?
Nein: daß man etwas will.
Ich lobe mir April,
Weil er, der Stürmer, Feger,
Der Eis- und Herzbeweger,
Weil er, der Kräftereger,
Des Sommers Kommen will!