Ich ehre dich, weil du, verschmäht, geschändet,
Der Stimme lauschend, doch den Sieg errafft,
Und neuer Lästrung Antwort nur gesendet
Mit Wundern deines Glaubens, deiner Kraft.
Ich ehre dich, weil du nur stets gedürstet
Nach Gottes Taten unter Not und Streit;
Du Sohn des Gudbrandstales, geistgefürstet,
Der Heimat bester Mann in deiner Zeit.
Ich teile nicht dein glaubensstarkes Träumen,
Das scheidet nicht, wo Geist zum Geist sich kehrt;
Was groß und edel strebt zu höhern Räumen,
Verehrt mein Sinn, dieweil er Gott verehrt.
POST FESTUM
Ein Mann, bedeckt mit Schnee und Eis,
Stand einstmals auf am Eismeerstrande,
Da schallte laut durch alle Lande
Des Riesenrecken Lob und Preis.
Ein König klomm zu ihm hinan
Und reicht' ihm gnädig seinen Orden:
"Den tragen die, die groß geworden!"
"Stopp!" knurrte ihn der Recke an.
Der König wich verblüfft, entsetzt
Zurück mit bänglichem Gesichte:
"Mein Orden wird nach der Geschichte
Verschmäht von just den Größten jetzt.
"Nimm, nimm, mein Lieber; bitte schön,
Laß mich nicht in der Patsche stecken;
Du wirst mehr Größe ihm erwecken,
Uns, die ihn tragen, miterhöhn!"
Zu gut war unser Eismeerheld,
Wie oftmals Recken, will mir scheinen;
Die Narren werden sie der Kleinen,—
Er nahm ihn,—Hohngelächter gellt.
Da krochen alle Könige hin
Mit ihren Orden, sie zu heben
Und ihnen neuen Glanz zu geben:
Für arme Ritter zum Gewinn.