Honny soit … et caetera—
Bespickt mit Orden stand er da;
Doch größer ward der Orden keiner,
Der Recke nur verteufelt kleiner.

ROMSDALEN

Komm auf das Deck, der Morgen bricht an,—
Ob ich das Land wohl erkennen kann?
Sieh, wie die Inseln die Köpfe recken,
Frischgrün und felsig; Salzfluten lecken,
Mutwillig plätschernd, den steinernen Fuß.
Seevögel flattern mit kreischendem Gruß,
Heben sich, senken sich, geistergleich.
Hier ist ein Reich
Voll Sturmeserinnrung,—ganz für sich.

Wir sind auf Fischers gefahrvoller Bahn!
Draußen—erzählt der Kapitän—am Riffe
Drängt sich der Heringsschwarm. Segelschiffe
Schwärmen just eben von dort herein;—
Der Fang war fein!

Wahrlich,—ich habe euch gleich erkannt,
Knorrige Leute von Romsdalland,—
Ja, ihr könnt segeln, wenn es gilt.

Doch halt! Fast entschwand mir das herrliche Bild!
———Beim ersten Blick
Wirft's Blitze zurück,
So mächtig war's in der Erinnerung nicht.

Wohin auch meine Augen wandern,
Ein Bergesriese über dem andern,
Des einen Brust an des andern Lende,
Bis an des Himmels äußerste Säume.
Wir harren auf Donner und Weltenende;
Die ewige Stille weitet die Räume.

Blau sind die einen, andere weiß,
Mit ragenden, hitzigen, eifernden Zacken,
Andere packen
Fest sich beim Arm zu geschlossenem Kreis.
Den riesigen Berg dort heißt man das "Hemd",
Ein Prediger ist er, in hehrer Gemeinde,
Von Größen der Urzeit, erhaben und fremd.
Was predigt er wohl? Dem Kindheitsfreunde
Tat oft ich die Frage, und immer wieder
Lauscht' ich, in Andacht versunken ganz.
Auf meine Lieder
Fällt majestätisch sein weißer Glanz.

——Wie groß das ist! Ich werde nicht fertig.
Die größten Gedanken aus Leben und Sage
Strömen herbei, meines Winks gewärtig,
Mit all dem Großen sich eifrig zu messen,—
Dantes Hölle, indische Sagen,
Shakespearesche Dramen zum Himmel ragen,
Äschylos' Donnerwolken ziehen,
Beethovens mächtige Symphonien,—
Weiten sich, heben sich, dampfen, strahlen:
—Und schrumpfen zusammen zu Spatzengeschnack
Und Ameisenfleiß;—umsonst euer Plagen!
Es ist, als wollte ein Ballherr im Frack
Die Berge zum Tanze zu bitten wagen.
Versuche sie nicht! Nein, gib dich hin,
Dann wirst du spüren,
Wie all die Großen zum Größern dich führen.

Beug' dich in Demut; denn wer sie fragt,
Dem sagen sie: eines ist doch das Größte.
Sieh, wie der Bach durch den Spalt sich nagt;
Und denke, wie einst er vom Urfels sich löste
Und sich durch Eis und Klippen biß,
Um den Riesenleib zu durchfeilen.
Anfangs ein Ganzes, mußt' er sich teilen,
Als sich die Lenzfluten auf ihn ergossen;—
Doch Jahrmillionen verflossen,
Eh' der Gigant zerriß.