Jetzt stampft der Fjord in die Bande hinein,
Lüpft den Südwester mit keckem Gruße.
Wenn sie benebelt vom Kopf bis zum Fuße,
Zwickt sie der Bursch an der Nase gar gern,—
Der Fjord gehört nicht zu den höflichsten Herrn.

Ihm entgegen mit schaumweißem Kuß
Eilen Quelle, Gießbach und Fluß,
Das Lärmen der Sippe will nicht enden.
Oftmals treibt's ihm die Bande zu bunt,
Sperrt ihm den Weg, daß er halten muß.
Wie eine Muschel mit nassen Händen
Nimmt er den ganzen zudringlichen Schwarm
Frisch an den Mund und bläst darauf
Mit Westwindlungen—juchhei, pass' auf!
Dann heult es und tutet's, daß Gott erbarm'.

—Schwarzgrau ein Fjord die Küste jetzt teilt,
Schnell unser Boot ihn durcheilt;
Gießbäche donnern zu beiden Seiten.
Am Bergeskamm
Dampfende Regenwolken gleiten,
Voll wie ein Schwamm.
Ob Sonne, ob Sturm—das urewige Streiten.

Das ist des Romsdals trutzig Land!
Jetzt bin ich daheim.

Hier liegt des Volkes tiefster Keim.
Hier hat es Stimme und Herz und Verstand.
Jedweden Mann ich hier richtig deute:
Kennst du den Fjord, so kennst du die Leute.

Wild ist der Fjord in Sturm und Schlacht;
Ein anderer ist er in Sommerpracht,
In Mittsommersonne,
Wenn still er träumt in seliger Wonne,—
Was er nur sieht,
Innig und warm an sein Herz er zieht,
Spiegelt es, schaukelt es,—
War' es so arm wie das Moos am Fels,
Flüchtig wie Schaumesperlen des Quells.

Sieh, welch ein Glanz! So offen und minnig
Bittet er, bis man ihm gerne entschuldigt,
Was er verbrach und bereute so innig!
Allen den Bergen in Demut er huldigt,
Spiegelt so kosend
Wider im Spiel ihr erhabenes Bild.

—Denken die Alten: er ist doch nicht schlecht;
Frohsinn und Zorn sind sein altes Recht;
Ist reicher als andre, ist nimmer falsch,
Nur rücksichtslos, launisch und—eben "romsdalsch".
Berge! Ihr wißt das. Ihr kennt das Geschlecht,
Ihr saht sich's plagen,
Kriechend am Felshang, das Wildheu zu schlagen.

Ihr saht es ringen
Beim Fischfang, in Sturmnot, mit wenig Gelingen,
Roden und hauen und pflügen und pflanzen,
In Moor und Geröll mit den Gäulen schanzen;
Maßlos zu Zeiten,
Trunkene Flegel,
Sich raufen und streiten,
Doch nimmer weichen,—zu Topp die Segel!

Weiler wechseln; doch tief gekerbt
In euch liegt Sehnsucht, die quellenreiche,
Singende Tiefe—die wellengleiche:
Windboenfjord hat den Sinn euch gefärbt.