Er war reich, aber mildtätig und rechtschaffen.

Wenn er jemanden kommen sah, der Ähren aufsammeln wollte, die noch zerstreut auf dem Stoppelfeld lagen, sagte er zu seinen Schnittern: »Ach, nehmt doch nicht alles mit!«

Er lebte einsam. Sein Bart hatte schon längst die Farbe des Silbers. Leuchtend wallte er über sein weisses, makelloses Linnenhemd herab.

Die Weiber vergassen, dass er alt war. Sie sahen nur, wie schön er war.

Jedes Lebensalter hat seine Schönheit.

Was Flamme ist in den Augen der Jungen, ist Licht in den Augen der Bejahrten. Der unbeständige Tag weicht dem ewigen Tage …

Dort, wo Boas sich zum Schlummer niedergestreckt hatte, schliefen auch seine Schnitter. Wie ein schwarzer Haufen nahm sich das von ferne aus.

Das war unter südlichem Himmel, und vor langer, langer Zeit …

Wie Boas so lag und schlief, hatte er einen Traum, und im Traume eine Offenbarung, wie Jakob, wie Judith.