Indessen sitzt die kleine ernste Prinzessin noch immer bei dem Marmorbecken und hält ihre Rose in der Hand. Plötzlich saust ein Wirbelwind durch den Park, wie so oft bei Sonnenuntergang. Das rauscht durch die mächtigen Bäume, Wellen schlagen aus dem Wasserbassin, die Gräser beben, die Myrten erschrecken, der Wirbel rast gegen das ruhige Kind, und wie mit einem heftigen Flügelschlag, so stark, dass die Baumkronen über dem Kinde sich biegen, reisst er aus der Kinderhand alle, alle Blätter der Rose und streut sie wild über das Wasser. Nur den Stiel hält die Kleine noch. Zu dem Marmorbecken beugt sie sich nieder und starrt auf die Wellen. Die ganze Rose, alle Blätter schwimmen dort, und das Wasser ist schwarz und böse. Und es wirft die Rosenblätter hin und her und stösst sie gegeneinander, bis sie sich wälzen und versinken. Das ist, als ginge eine ganze Flotte zugrunde.
»Aber –?« sagt die Prinzessin.
Sie begreift das nicht und schaut fassungslos zur Hofmeisterin auf: »Aber –?« –
»Ja, Hoheit – alles ist den Fürsten untertan, nur nicht der Wind!«
BÜRGERKRIEG
Den ganzen Tag hatte man in den Strassen gekämpft. Das Kaisertum war gestürzt worden. Einige von den Siegern hatten einen kaiserlichen Polizisten zu fassen bekommen, geschwärzt von Pulverrauch, mit blutbesudelten Kleidern.
Er hatte sich bis zum äussersten verteidigt.
»Wir kennen ihn – er hat auf uns geschossen!« schrieen mehrere Weiber.