In seinem ersten Werk, der »Synnöve Solbakken«, hatte Björnson im Jahre 1859 den »Sagastil« wiedergefunden, jenen elementaren, wortknappen Stil, der auf die isländische Saga zurückführt. Und niemals hat Björnson, der mit seiner Sprache Henrik Ibsen, dem Dramatiker, zum Vorbild wurde, den Sagastil so sehr und ganz erfüllt und gemeistert, wie in diesen seinen Legenden.
Was er Victor Hugo zu danken hat, ist nur die Anregung, ist lediglich der Stoff.
Aber der Stoff macht nicht das Werk.
Und wenn die Kunst die grösste ist, die mit den wenigsten, sparsamsten, bescheidensten Mitteln sich vollendet, dann gebührt Björnson für seine Legenden der Kranz.
Wir wollen nicht werten.
Jeder von beiden ist der grosse Sohn seines Stammes: Hugo der Vollblut-Romane, Björnson der Vollblut-Germane. Und darauf beruht die Grösse beider und das Getrennte, ja Antipodische ihrer Kunst.
Der Romane mit dem nervösen, heissen Saft in den Adern muss, ungebändigt, immer aus dem Vollen schöpfen und schaffen. Sein Temperament reisst ihn zur Subjektivität hin.
Der Germane mit den straffen, urgesunden, disziplinierten Nerven in Hirn und Herz ist immer Herr seines Temperaments. Sein kühleres Blut erzieht ihn zum Masshalten, zur Objektivität.
Verbunden sind beide einander, Björnson und Hugo: in Wahlverwandtschaft.