Aber sie können nie die gleiche Wirkung hervorrufen, wenn sie auch einmal gleiche Stoffe in ihren Dichtungen behandeln.

Die Ästhetik der Wahrheit, so nannte ich Hugos Gedicht.

Die Ethik der Wahrheit, so nenne ich Björnsons Legenden.

»Wo ich das Gute finde, nehme ich es,« sagte Molière. Wir wissen es, dass er skrupellos Ideen und Stoffe und meist auch noch mehr von anderen Dichtern in seine zahllosen Bühnendichtungen aufgenommen hat, genau so wie Shakespeare. Und die Nachwelt gab ihnen Recht und Ehre. Unsterblich sind ihre Werke.

Und wir sind nun auch schon Björnsons Nachwelt.

Björnson schläft schon, und wir fühlen noch den Blick seines Auges, die Gewalt seiner Stimme, den Druck seiner Hand.

Wir wissen noch so viel von den Worten, die er gesprochen, nur gesprochen. Und jetzt mit diesen Legenden haben wir das Letzte gehört, das er uns zu sagen hatte.

Sein Glaubensbekenntnis: das Bekennen eines Weisen, der am Ziel ist, der lächelt.

»Es gibt nur ein Heldentum auf Erden: das ist, die Erde so zu sehen, wie sie ist, und sie zu lieben«, las ich vor ein paar Tagen bei Romain Rolland.