Der Bann war gebrochen, die Schande getilgt,—nun ade Jörgen und alles, was drum und dran ist!

"Nicht wahr, Du kleiner Befreier?" Der bellte.

Sie sah sich nach Jörgen um. Er getraute sich anstandshalber nicht so schnell zu gehen.

"Aber wir beide getrauen uns, nicht wahr?" Sie klatschte wieder in die
Hände und lief, und der Hund lief bellend mit.

Dann schlug sie ein langsameres Tempo an; sie spielte mit ihm und plauderte mit ihm; Jörgen war ja so weit zurück. "Eigentlich müßtest Du 'Liberator' heißen, aber der Name ist zu lang für so einen kleinen, schwarzen Hanswurst. Du sollst John heißen,—ja, das sollst Du! Du sollst nach dem heißen, der mich angeblickt hat, daß ich Mut bekam!" Wieder lief sie weiter und der Hund mit. "Du folgst mir und nicht ihm! Das ist recht, das ist gut! Das hat der auch getan, nach dem Du heißt. Er folgte den Sklavenpeitschen nicht; er hielt zu denen, die Freiheit brachten!" Jetzt bogen sie um die Ecke, Jörgen war nicht zu sehen.

—Als er nachher ins Hotel kam, ließ sie sich verleugnen; und doch hatte er sie hineingehen sehen. Er sagte, sie habe seinen Hund. Ja, davon wisse man nichts.

Er mußte gehen. Er hatte sie wie auch den Hund verloren.

Oben auf ihrem Zimmer aber fragte Mary den Hund: "Willst Du mir gehören? Willst Du bei mir bleiben, Du kleiner, schwarzer John?" Sie klatschte in die Hände, damit er sein fröhliches Ja bellen solle. Damit war die Eigentumsfrage entschieden. Sie bekam einen Brief von Jörgen, vermutlich über diesen Punkt; den verbrannte sie ungelesen.

Sie nahm an, sie werde ihn auf dem Bahnhof treffen, wenn der Zug nach Norwegen abfuhr, und dann werde er sein Recht fordern. Sie kam mutig angefahren, ihren frischgewaschenen, gekämmten und parfümierten Hund neben sich. Jörgen war nicht da.

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