Sie schlief die ganze Nacht, den Hund auf ihrer Reisedecke.

Aber mit dem Morgen kamen die Gedanken. Nun war sie allein. Hatte allein die Verantwortung.

Bis jetzt hatte sie sich ja selbst mit aller Gewalt in den einzigen engen Ausweg hineingehetzt: sich sofort mit Jörgen zu verheiraten, auf einer Reise ins Ausland dem Kinde das Leben zu geben—und dann bis ins Unendliche auszuhalten.

Aber sich mit einem Menschen zu verheiraten, den sie verabscheute, nur um sich ein Feigenblatt zu leihen,—wie unverständlich ihr das jetzt geworden war! Sie hatte es versucht, weil man in ihrer Umgebung so dachte, und weil sie in einer Sonderstellung war; die duldete keinen Fleck auf dem Festgewande.

Aber jetzt sagte sie "pfui, pfui!" ganz laut. Und als der Hund sofort aufblickte, fügte sie hinzu: "Dies war meine 'Hundereise', will ich Dir sagen! Der Abschluß meiner 'Hundegeschichte'!"

Aber was nun?

Sie wußte, was man noch tun konnte. Aber dann mußte man zwei Mitwisser haben, Jörgen und noch einen. Das war zuviel. Dann konnte sie nicht stolz und frei dahinschreiten,—und das mußte sie können.

Ja, was nun?

Solange die "Hundereise", die "Hundegeschichte" ihr wie ein Befehl erschienen war, wie etwas um ihrer Ehre willen unumgänglich Notwendiges, hatte sie an die letzte, an die allerletzte Zufluchtsstätte nicht im Ernst gedacht.

Jetzt war es ernst.