Vielleicht könnte sie sich ein wenig im Bette aufsetzen? Anna ist ihr behilflich.

Nein, sie kann es nicht, Hermia, sie ist noch zu schwach und sie sinkt wieder zurück.

Die schönen schmalen Hände liegen wieder neben dem Körper, bleich auf der Decke ...

In den ersten Nachmittagstunden, das Krankenzimmer liegt an der Sonne. Ein Sperling singt auf dem Fenstersims Frühlingslieder. Hoch oben unter der Saaldecke ist das Fenster, und es ist offen. Unter ihm schläft das Kleine in seinem Bettchen. Es hat sich mit den Ärmchen müde gespielt.

Hermia erzählt. Sie erzählte so gern ...

Sie wünscht, daß Anna ihr das Etui mit dem Medaillon herüberreiche. Anna tut es und mit einem mitleidsvollen Blick (der von Hermia nicht gesehen werden darf). —

Hermia nimmt das Medaillon heraus. Wie sind die Hände so langsam und die Finger spitz ...!

Sie schaut das Medaillon an und ihr Hals macht dabei unter dem Kinn eine Falte. Er muß den Kopf ein wenig heben, der Hals, daß die großen Augen das Medaillon sehen können und da macht er die Falte. Können denn die Hände das Medaillon nicht höher halten? Nein, sie sind zu schwach.

Hermia legt das Medaillon in das Etui, gibt dieses der Anna zurück ... Sie möge es zu dem kleinen Ferdinand neben ihr ins Bettchen legen.

Will sie sich denn schon vorbereiten zum Sterben?