„Er ist in der Mark geblieben,“ versetzte die Schwester, „wo er eine ansehnliche Stellung als erster Baumeister des Kurfürsten einnimmt und ein reiches Feld für seine Gaben gefunden hat. Nach dem Tode unserer Mutter holte er unsre treue Afra zu sich; sie ist erst vor wenigen Jahren in hohem Alter gestorben, nachdem sie das Glück genossen, einen Kreis zahlreicher Enkel um sich erblühen zu sehen.“
Am folgenden Tage sandte Ulrich eine Botschaft an Elsbeth und Deodat in Nürnberg, daß der lang entbehrte Bruder eingekehrt sei, und entbot sie zu einem Gastmahl in seinem Hause. So waren einmal alle vier Geschwister unter einem Dache vereint: Berthold von Franken, Margarete von Maltheim, Elsbeth Tucherin und Deodat Ebner, und verschieden wie ihre Namen, waren auch ihre äußeren und inneren Verhältnisse. Deodat war wie Margarete mit voller Überzeugung der neuen Lehre beigetreten, Berthold hielt starr am alten Glauben fest, ohne die Berechtigung der Reformation zu prüfen, und auch Elsbeth war, wie ihr jüngst verstorbener Gatte, der alten Kirche treu geblieben, hatte es aber nicht hindern können, daß ihre Kinder meist in das Lager der Neuerer übergegangen waren. Berthold hatte seinen Kindertraum erfüllt gesehen: er war ein Ritter geworden, aber sein Glück hatte er nicht gefunden. Deodat war in seines Vaters Fußstapfen getreten und brachte den Namen Ebner zu neuem Ansehn und vermehrten Ehren in der alten Vaterstadt; auch hatte er mehrere Söhne, welche die von Herrn Wilibald ersehnte Fortdauer seines Geschlechtes verbürgten. Die Namen Ebner und Tucher blieben eng vereint, und die verbundenen Häuser standen noch lange in hoher Blüte, als ein würdiges Bild patrizischen Reichtums und bürgerlicher Ehrenhaftigkeit.
Druck von August Pries in Leipzig.
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Ankunft der Maltheimer im Ebnerhause.
Probebild aus: Brigitte Augusti, Im Banne der freien Reichsstadt. (S. [S. 2.])
Reich ausgestattete Bücher für junge Mädchen.