Wie in Usambara, so nimmt auf dem höher gelegenen Plateauland östlich und westlich des Gebirges die Wärme während des Monat Juni ganz allmählich um 2–3° R. ab.

Die Luft zeichnet sich durch ungemeine Trockenheit aus. Keiner der Reisenden erwähnt während der Monate Juni bis December jemals einen Regenfall.

Die Bevölkerung von Pare, die wohlgebauten Wapare, gilt im allgemeinen als freundlich und umgänglich, wenn sie auch die seltene Gelegenheit nicht unbenutzt läßt, Reisende zu überlisten; so wird z. B. Blutsbrüderschaft angeboten, nur um das bei der Ceremonie zum Sitzen nöthige Stück Merikani zu erbeuten. Die Hautfarbe ist ziemlich hell; die Schneidezähne werden spitz zugefeilt, die Haare mit Fettsalbe von röthlicher Erde eingeschmiert. Die Männer tragen als Schmuck Drahtarmbänder, Messingringe und Perlenkettchen; als Ohrgehänge Holzstücke oder kleine Kürbisfläschchen. Als leidenschaftliche Raucher führen sie immer kleine Thonpfeifchen bei sich. Als Waffen besaßen sie zu den Zeiten von der Decken’s nur Bogen, Pfeile mit Widerhaken und Schwerter. Im Tauschverkehr ziehen sie weiße Baumwollenstoffe den Perlen, und rothe und blaue Perlen den weißen vor, die als die geringste Münzsorte cursiren. Die Weiber scheren das Haupthaar zu Verzierungen aus, tätowiren die Brust, umhüllen die Lenden mit großen Fellen und halten diese mit perlengeschmückten Leibgürteln zusammen.

Die spärlichen Gebirgsbewohner von West- und Süd-Ugono (der nördliche Theil ist gänzlich unbewohnt) sind ein sehr großer, schöngeformter und robuster Menschenschlag, ähnlich den Wapare; bei den Weibern fällt die üppige Bildung der Büste auf. Das einzige Kleidungsstück der Männer ist ein kurzes Fell auf dem Rücken, das des weiblichen Geschlechts ein Lendenschurz, der hinten länger herabhängt als vorn. Durch röthliches Fett wird eine künstliche Haarfrisur geschaffen; dicke Elfenbeinspangen schmücken die Arme, Messingringe die Beine und ein Drahtkragen den Hals.

Die Dörfer sind fortwährend den Raubzügen der Masai ausgesetzt, sodaß das Vieh nicht auf die Weide getrieben, sondern in den Ställen gefüttert wird.

Es gibt keine Häuptlinge über weitere Gebiete als die einer Gemeinde; nur Gondja und Kihungui stehen unter dem Einfluß Sembodja’s, des Herrschers von Masindi.


Pare und Ugono können vom Gesichtspunkte des Colonisten nur als Durchzugsgebiete in Betracht gezogen werden. Stationen, wenn sie jemals angelegt werden sollten, würden als Verpflegungsstationen einige Bedeutung gewinnen. Ob man mit dem so hoch als schwedisches geschätzten Eisen von Ugono etwas Erhebliches anfangen wird, ist bei dem Nichtvorhandensein compacten Eisenerzes und bei der Schwierigkeit und Länge des Transports eine leicht zu verneinende Frage. Der Einfall von Krapf, hier läge das Material zum Bau von Eisenbahnen dicht am Wege, gehört für eine Reihe von Jahren, wenn nicht für immer, in das Bereich einer kindlich naiven Phantasie.


Das Kilimandscharo-Gebiet.