In Kiswani (722 m, 674 m nach von der Decken), an dem Fluß gleichen Namens, der aus enger Thalschlucht hervorbricht, doch in der heißen Zeit gänzlich vertrocknet, erquickt den Reisenden eine schöne Landschaft mit Felspartien, rauschenden Bächen und grünenden Bäumen und der Genuß von Ochsenfleisch, Milch, Butter und Honig.
Von Kiswani bis zum Jipe-See (727 m) herrscht völlige Unwirthlichkeit. Wasser erhält man ein einziges mal aus den tiefen, oft mit verwestem Gethier angefüllten Erdlöchern von Ngurungani (810 m). Erst nach Ueberschreitung der Kisungu-Hügel belebt sich die Gegend wieder mit welligen Erhebungen und mit dem Grün von frischem Gras und belaubten Bäumen.
Seitwärts, in den Ugono-Bergen eingebettet, liegt zwischen Reis-, Bananen- und Zuckerrohrfeldern der Hauptort der Eisengewinnung, Usanga. Steigt man die nächsten Höhen hinan, so erblickt man die rauchenden Eisengruben und zahlreiche Hütten in fruchtbarer Umgebung.
Die Westseite des Gebirges, den hier seichten und felsigen Pangani aufwärts von Mkoramo (520 m) bis in die Gegend von Klein-Aruscha (730 m), gewährt den Eindruck der Sterilität in noch höherm Grade wie die Ostseite. Die anfängliche Fülle von Mimosen und Akazien weicht in rascher Abnahme dem Dorngestrüpp von Euphorbien und Aloën und geht schließlich in wildzerklüftetes Terrain und steinige Wildniß über. Selbst die Abhänge der Berge sind unbewohnt, nur im südlichen Theil trifft man auf eine Ortschaft, wie das von hohen Gipfeln umschlossene Membe, das einen besonders starken Viehstand unterhält.
Die einzige erfreuliche Abwechselung in diesen Steppenregionen verschafft der Anblick großer Heerden von Antilopen, Zebras und Giraffen. Die Reisenden berichten von Elefanten- und Rhinoceros-Fährten, doch haben sie weder selbst ein Stück erlegt noch gesehen.
Das Klima von Pare und Ugono scheint etwas kühler zu sein, als jenes von Usambara. Von der Decken erzählt, wie im Juli und October morgens seine schwarzen Begleiter vor Frost gezittert hätten. Die meteorologischen Tabellen von K. Weiß liefern hierfür eine annähernd sichere Bestätigung.
Er notierte:
| in | Usambara | während | 6 | Tagen | Ende Mai | 17,8° R. | Mitteltemp. | Vm. |
| „ | Pare u. Ugono | „ | 19 | „ | Anf. u. Ende Juni | 13,2° R. | „ | „ |
| „ | Usambara | „ | 7 | „ | Anfang Juli | 15,6° R. | „ | „ |
Die höchste und die niedrigste Temperatur betrug morgens:
| in | Usambara | im | Mai | 18,4° R. | und | 16,2° R. |
| „ | Pare und Ugono | „ | Juni | 17,6° R. | „ | 10,4° R. |