Maxen, Dorf mit 694 E., hat grosse Kalk- und Marmorbrüche. Hier lebte der Stifter der Schillerlotterie, Major von Serre. In der Nähe fand 1759 der Finkenfang d. i. die Gefangennahme des preussischen Generals Fink v. Finkenstein mit 10,000 Mann durch die Oesterreicher statt.

Glashütte, Stadt am Einflusse des Briesnitzbaches in die Müglitz, 1003 F. ü. M., mit 1573 E. Verdankt Entstehung und Namen dem Bergbau auf Glaserz, welches auch verhüttet wurde. Seit dem 30jährigen Kriege ist der Bergbau zum Erliegen gekommen. Jetzt blüht im Orte die Fabrikation von Taschenuhren. Die Kirche enthält einige werthvolle Glas- und Oelgemälde. Vor der Stadt zeigt man eine Felsenhöhle, in welcher im 15. Jahrhundert der Räuber Wittich hauste, bis er vom Ritter Weinhold von Bärenstein erschlagen wurde.

Bärenstein, kleinste Stadt Sachsens, mit 551 E.

Lauenstein, Stadt, 1634 F. ü. M., mit 819 E. Enthält ein altes Schloss mit Rittersaal, Rüstkammer und Burgverliess. In der Kirche werthvolles Denkmal ihres Erbauers, des Günther von Bünau. Zwischen Bärenstein und Lauenstein nimmt die Müglitz das Altenberger Wasser auf und wird dadurch ziegelroth gefärbt. Die rothe Farbe rührt von den Eisentheilen her, welche in den Pochwerken aus den Zinnerzen mit fortgespült werden.

Fürstenau, Dorf, mit 481 E. In der protestantischen Kirche ein Marienbild, zu welchem viele Katholiken aus Böhmen ungestört wallfahrten.

3. Ueber Mügeln, Liebstadt, Schönwalde. (2 Tage) – Wieder mit Dampfwagen von Dresden bis Mügeln (II. Kl. 6 Ngr., III. Kl. 4½ Ngr.). Zu Fuss über Dohna und Weesenstein nach Burkhardtswalde; dann links ab über Nenntmannsdorf nach Liebstadt, von wo man über Börnersdorf nach Breitenau gelangt, was sich zum Nachtquartier eignet. – Nach Liebstadt kann man von Pirna aus auch in 2 St. p. Post gelangen. – Nächsten Morgen begiebt man sich durch den Oelsengrund auf den Sattelberg und schliesst sich bis zum Mückenthürmchen an die S. 64 angegebene Route an.

Mügeln und Dohna s. [S. 67].

Weesenstein, Dorf an der Müglitz, mit 311 E. Das Schloss Privateigenthum des Königs von Sachsen. Ein Saal enthält sämmtliche Portraits der königlichen Familie seit August dem Starken.

Liebstadt, Stadt in einem Seitenthale der Gottleube, 1480 F. ü. M., mit 881 E. Hat wie die ganze Umgegend viel Strohflechterei.

Das Strohflechten wird von Altenberg bis über Dohna hinaus und von Gottleuba bis in die Gegend von Dippoldiswalde getrieben und beschäftigt gegen 20,000 Menschen. Man gebraucht dazu Weizenstroh, welches in der gewünschten Art auf dortigem Boden wächst. Das Getreide wird sorgfältig eingeerntet und namentlich vor Nässe geschützt. Dann trennt man die Aehren ab und zerschneidet die Halme so, dass die Knoten herausfallen. Nunmehr wird das Stroh geschwefelt und zum Mürbewerden in's Wasser gelegt. Nachdem man noch die erweichten Halme mittelst eines scharfen Instrumentes in schmale Streifen gespalten hat, beginnt endlich das Flechten. Es ist eine höchst mühsame Arbeit, bei welcher jedoch die geschmeidigen Finger der Kinder oft ebensoviel, als die geübten Hände der Erwachsenen leisten.