Berggiesshübel, Stadt an der Gottleube, 953 F. ü. M., mit 1007 Einwohnern. Verdankt seinen Namen uralten Giesshütten und hat noch jetzt zwei grosse Eisenwerke. Das mit schönen Anlagen versehene Bad (Johanngeorgenbad) wird nur wenig besucht; vormals haben die Dichter Gellert und Rabener hier öfters geweilt; der Weg, auf dem sie zu lustwandeln pflegten, heisst noch der Poetengang, und über einer Bank liest man die Worte:
Der Sänger frommen Lied's, der heit're Fabeldichter,
Und Deutschlands Juvenal, der feine Sittenrichter,
Sie pflegten hier zu ruh'n, nach Zwiesprach ernst und traut.
Lohnende Ausflüge sind: Grosshorn oder die Panoramahöhe; Zwieselgrund und Zwieselmühle; Gersdorf mit Ruine und der Napoleonstein, so genannt, weil Napoleon I. bei den häufigen Gefechten in jener Gegend ihn wiederholt besucht hat.
Gottleuba, Stadt an der Einmündung der Fuhde in die Gottleube, 1414 F. ü. M., mit 812 E. Prächtig gelegen im tiefen Thal, zwischen hohen Felsen. – Unfern Gottleuba bildet der Langhennersdorfer Bach einen ansehnlichen Wasserfall.
Bei dem böhmischen Dorfe Peterswalde fanden die Vorkämpfe zur Schlacht bei Kulm (29. u. 30. August 1813) statt. Der russische General Ostermann hatte einen Sturm auf die Peterswalder Höhen befohlen, um die Franzosen vom Egerthal fern zu halten. Aber Vandamme trieb die Angreifer zurück und folgte ihnen, voll Ungestüms, über Nollendorf hinab in den Thalkessel. Er erobert Kulm; die Russen (8000 Mann) können nur durch mörderischen Kampf (dem General Ostermann riss eine Kanonenkugel die linke Hand weg) ihre Stellung behaupten. Unterdessen hatte sich der preussische General Kleist genähert, um dem Feinde den Rückzug abzuschneiden. Am nächsten Tag erneuert sich die Schlacht: die Russen und ein zu ihnen gestossener österreichischer Heerhaufen leisten den tapfersten Widerstand; Kleist zieht nach Nollendorf, fällt dem französischen Korps in den Rücken und zwingt es, sich zu ergeben.
2. Ueber Mügeln, Glashütte, Lauenstein. (2 Tage). – Von Dresden mit Eisenbahn bis Mügeln (II. Kl. 6 Ngr., III. Kl. 4½ Ngr.) Zu Fuss nach Dohna, durch den Sürsener Grund nach Maxen, herab nach Mühlbach; nun das schöne Müglitzthal hinauf: über Schlottwitz nach Glashütte und weiter durch Bärenhecke und Bärenstein nach Lauenstein, wo man übernachtet. Wer die Strasse nicht liebt, kann eine Stunde oberhalb Schlottwitz links den Fussweg über Dittersdorf und Börnchen nach Lauenstein einschlagen. – Die Post fährt von Mügeln bis Lauenstein 4 St. 25 M.
Am folgenden Tag begiebt man sich über Löwenhain, Fürstenau und Voigtsdorf auf das Mückenthürmchen, wo man wegen des sich darbietenden Naturgenusses Station macht.
Mügeln, Dorf mit 444 E., unfern des Einflusses der Müglitz in die Elbe. – Zwischen Mügeln und Pirna Gross-Sedlitz, königliches Schloss mit schönem Garten.
Dohna, Stadt an der Müglitz, 544 F. ü. M., mit 1683 E. War einst der Sitz mächtiger Burggrafen, die aber wegen ihrer Befehdungen zu Anfang des 15. Jahrhunderts vertrieben wurden. – Im Mittelalter hatte der Ort einen berühmten Schöppenstuhl, Dohnaisches Mal u. Ritterding genannt.