Schmiedeberg, Flecken am Einfluss des Pöbelbaches in die rothe Weisseritz, mit 525 E. – Ausser Hohofen auch Eisenhammer. In früherer Zeit waren die Bergknappen gute Sänger und mussten oft bei Hoffesten erscheinen.
Altenberg, Stadt am südwestlichen Abhange des Geisingberges, 2298 F. ü. M., mit 2366 E. – Die Stadt verdankt ihre Entstehung dem Bergbau. Im Jahre 1458 wurde in dortiger Gegend Zinn fündig, auf welches man heute noch baut; freilich ist die dermalige Ausbeute kaum die Hälfte der früheren (2248 Centner gegen 5000).
Die Erze kommen hier nicht gangförmig, sondern in umfänglichen Massen, d. i. bergmännisch ausgedrückt, in »Stockwerken« vor. Diese werden ausgehauen, und so erhält man grosse Weitungen, welche durch stehenbleibende Gesteinswände (Bergvesten) gestützt werden. Bisweilen erweisen sich aber die Wände für die darauf ruhende Last als zu schwach und es entstehen Einsenkungen, sogenannte Tagesbrüche oder Bingen. Der bedeutendste Einsturz fand im Jahre 1624 statt: ein Stockwerk von 450 Ellen Tiefe und 900 Schritten Umfang – der Schauplatz war die grosse Binge – brach in sich zusammen; die Wucht des herabfallenden Gesteins war so furchtbar, dass die Bodenerschütterung bis Dresden hin verspürt wurde! – Die meisten Zinngruben gehören jetzt der Gewerkschaft Vereinigt Feld im Zwitterstock; dieselbe hat allein 20 Wäschen und Pochwerke, welche theils durch Wasser-, theils durch Dampfkraft getrieben werden.
Ausser Bergbau hat Altenberg Strohflechterei, für welche es sogar Hauptort ist. – Im Galgenteiche bei Altenberg entspringt die rothe Weisseritz; die wilde Weisseritz hat ihre Quelle hinter Zaunhaus auf böhmischer Seite.
Fast östlich von Altenberg liegen Alt- und Neugeising, mit 1336 E. Beide Orte treiben wie Altenberg Bergbau und Strohflechterei.
IV. Route: Von Dippoldiswalde nach Sayda.
1. Von Dippoldiswalde über Ober-Carsdorf, Sadisdorf und Hennersdorf nach Frauenstein; mit Post über Bienmühle und Clausnitz nach Sayda (Passagiergeld: 14 Ngr.)
2. Ein anderer Weg ist: von Dippoldiswalde nach Schmiedeberg und dem reizenden Bärenburg, dann nach Schellerhau, (Besteigung des Pöbelknochens) und über Dorf Sayda, Schönfeld und Reichenau nach Frauenstein; von hier mit Post nach (Stadt) Sayda.
Frauenstein, Stadt zwischen der Gimlitz und Bobritzsch, 2018 F. ü. M., mit 1435 E. – 1869 durch grossen Brand heimgesucht. – Hohe, freie Lage mit umfassender Aussicht. Grossartig ist die Ruine der alten Burg, dicht hinter dem jetzigen Schlosse. Auf dem Thurm des Burgverliesses, der »dicke Märten« genannt, hält man Umschau. Man sieht den ganzen Tharandter Wald, die Stadt Freiberg, die Augustusburg, den Greifenstein, den Fichtelberg, den Kamm des östlichen Erzgebirges, die sächsische Schweiz, das Elbthal, die Pulsnitzer Berge, und zwischen all' diesen Hauptpunkten viele Thäler und Gründe, Abhänge und Höhen, Dörfer und Flecken. – Frauenstein war eine uralte Grenzburg gegen Böhmen. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts kam es in Besitz der Burggrafen zu Meissen und 1428 ging es als meissnisches Lehen an Heinrich von Plauen über. Da dieser sich aber ungehorsam gegen Friedrich den Sanftmüthigen erwies, so wurde die Stadt und Burg erobert und das Lehen eingezogen. Im Jahre 1473 verkauften die Brüder Ernst und Albert Frauenstein an die Herren von Schönberg, die es nun besassen, bis 1647 der Rückkauf durch das Kurhaus erfolgte.